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Das Wahl-ABC P wie Prognose



Ist eigentlich griechisch und heißt Vorhersage. Wird an jedem Wahltag mit viel Bohei pünktlich auf die Sekunde um 18 Uhr veröffentlicht. Denn dann kann kein Wähler mehr beeinflusst werden, weil die Wahllokale zu sind. Die Prognose ist bitte nicht zu verwechseln mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis. Obwohl neuerdings viele so tun, als wäre um 18.01 Uhr schon restlos alles klar. Wer allerdings in der Prognose bei sagen wir: genau 5 Prozent liegt, der hat mit großer Wahrscheinlichkeit noch einen spannenden Abend vor sich. Aber meistens liegen die Experten von Infratest-dimap mit ihrer Vorhersage schon ziemlich gut.

Der Aufwand ist auch gewaltig, denn Bundestagswahl heißt für die Wahlforscher "Großeinsatz". Bundesweit sind mehr als tausend Infratest-Mitarbeiter in etwa 600 Wahllokalen mit ihren Fragebögen unterwegs. Sie fragen rund hunderttausend Wählerinnen und Wähler, welche Partei sie gewählt haben, wie alt sie sind, welchen Beruf und welchen Schulabschluss sie haben. Die Ergebnisse werden dann an die Infratest-Zentrale durchtelefoniert und dort ausgewertet so schnell es geht.

Damit das Bild möglichst genau wird, haben sich die Wahlforscher vor allem solche Wahlkreise herausgepickt, deren Resultate zuletzt besonders nah am tatsächlichen Endergebnis dran waren. Die Prognose ist darum vergleichsweise verlässlich. Meistens lässt sich schon am Nachmittag erkennen, in welche Richtung die Reise geht. Und das spricht sich dann auch zu den Spitzen der Parteien herum. Die wissen nämlich meistens schon vor 18 Uhr, ob es am Abend was zu feiern gibt - oder nicht.

Autoren: Stephan Ueberbach/tk

Das Wahl-ABC