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Das Wahl-ABC M wie Mutti



Wenn im Regierungsviertel von "Mutti" die Rede ist, kann das nur eine sein: Angela Merkel, die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin. Wer den Spitznamen für die kinderlose Merkel geprägt hat, ist nicht sicher nachzuweisen. Der Begriff soll aber schon vor Jahren in den eigenen Reihen in der Union entstanden sein. Erfinder war gerüchteweise CSU-Chef Seehofer.

Heute ist "Mutti" längst Allgemeingut: Wenn Bundesminister einen Termin bei der Kanzlerin haben, dann sagen sie angeblich: "Ich muss zur Mutti". "Mutti" - ist offenbar Männerhumor - im Angesicht der mächtigen Merkel: Eine Zeitung hat den Hang zur Bezeichnung "Mutti" einmal tiefen-psychologisch zu erklären versucht, als Mischung aus Angst, abgewehrter Anerkennung und verstecktem Hohn. Mutti also mehr Spott- als Spitzname für eine Kanzlerin, die ihre Schützlinge bei Fehlverhalten bestraft.

Der frühere Bundesumweltminister Röttgen galt in den Medien lange als Muttis Liebling. Als Merkel Röttgen nach der vergeigten NRW-Wahl feuert, heißt es in der Presse: Mutti hat ihren Klügsten an die Luft gesetzt - weil DER sich für klüger, als Mutti gehalten hat.

Merkel selbst meinte einmal auf die Frage, wie sie den Spitznamen "Mutti" findet: Es gibt Schlimmeres auf der Welt! Insgeheim dürfte Merkel das "Mutti" aber sogar gefallen - passt irgendwie zur Imagepflege. Die Kanzlerin gibt sich gerne unaufgeregt normal aber eben auch kümmernd: So bekennt Merkel in einer aktuellen Wahlkampfbroschüre, dass sie gerne Kartoffeln und Rouladen kocht - und ihr Ehe-Mann? Dem schmecke es! Punkt. Wie bei Mutti eben.

Autoren: Mathias Zahn/tk

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