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Das Wahl-ABC L wie Landesliste



Mettmann I - das ist der Wahlkreis von Peer Steinbrück. Er tritt dort gegen eine gewisse Michaela Noll von der CDU an. Obwohl nicht ganz so prominent wie Steinbrück könnte es gut sein, dass Noll den Wahlkreis gewinnt. So war es zumindest auch beim letzten Mal. Das macht aber nichts. Für diese Fälle hat der liebe Gott schließlich die Landesliste erfunden. Je nachdem wie viele Zweitstimmen eine Partei bekommt so viele Kandidaten von den Landeslisten dürfen zusätzlich zu den gewonnen Direktmandaten in den Bundestag einziehen. Weil Steinbrück in Nordrhein-Westfalen ganz oben auf der Landesliste steht, braucht er sich also keine Sorgen zu machen. Wer wo auf der Landesliste steht, das dürfen die Parteien selbst entscheiden. Sie können so zum Beispiel den Landesvorsitzenden oder Minister absichern, die in ihrem anstrengenden Polit-Alltag nicht dazu kommen, sich auch noch um einen Wahlkreis zu kümmern.

Prominente Politiker, die - gäbe es keine Landesliste - am Eingang des Bundestags von der Security aufgehalten würden:
Ursula von der Leyen (CDU), Andrea Nahles (SPD), Jürgen Trittin (Grüne), Sahra Wagenknecht (Die Linke) und Philipp Rösler (FDP)

Apropos FDP: Während die Grünen bei der letzten Bundestagswahl immerhin ein Direktmandat geholt haben mit Hans-Christian Ströbele in Berlin und die Linken immerhin 16, sind die Liberalen ausschließlich über Landesliste in den Bundestag eingezogen.

Und nochmal apropos FDP und Landesliste - andersrum funktioniert das Spiel auch: Unvergessen der Fall von Heinz Golombeck, er stand auf dem Listenplatz 15 der baden-württembergischen FDP. Er hatte wohl nicht wirklich damit gerechnet in den Bundestag einzuziehen und musste dann 2009 seiner Familie erklären, dass er die nächsten vier Jahre ab und zu beruflich in Berlin sein wird - die Landesliste machte es möglich.

Autoren: Sarah Renner/tk

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