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Das Wahl-ABC K wie Kanzlerbonus



Korrekt müsste es Kanzlerinnen-Bonus heißen, denn wir haben ja eine Kanzlerin. Der Kanzler- oder Kanzlerinnen-Bonus sieht in der Theorie grundsätzlich so aus: Wir haben einen Kanzler oder eine Kanzlerin - und die meisten Menschen sagen: Mir ist in den letzten vier Jahren nichts oder wenig Schlimmes passiert. Zumindest wenig, das ich auf den Kanzler/die Kanzlerin schieben kann. Also kann er oder sie nicht so schlecht sein. Wenn ich den oder die KanzlerIn einfach nochmal wähle, dann kann ich wahrscheinlich darauf vertrauen, dass mir auch in den nächsten vier Jahren nichts Schlimmes passiert. Wenn ich aber den Kandidaten der anderen Seite wähle, dann weiß ich das einfach nicht - ich hab ja noch keine Erfahrung mit dem. Gesunder Menschenverstand, sozusagen.

Um den Kanzler- oder Kanzlerinnen-Bonus zu untermauern, ist es gut, wenn sich der Amtsinhaber häufig als Landesvater oder -mutter kümmernd zeigt, am besten auf roten Teppichen oder bei irgendwelchen Ehrungen oder wichtigen Ansprachen. Dann wissen die Wähler: Er oder sie kümmert sich.

Für den Gegenkandidaten ist es schwierig: Er kann wenig staatstragend sein - schließlich muss er dem Kanzler oder der Kanzlerin regelmäßig einen reinwürgen, um zu zeigen, wie schlecht er oder sie ist. Deshalb will auch niemand in die Opposition.

Autoren: Jan Seidel/tk

Das Wahl-ABC