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Das Wahl-ABC J wie Juro-Haffk



... manche sprechen auch von "Euro-Hawk", oder - vor allem fanatische Freunde der Alliteration - von "de Maizières Drohnen-Debakel".

Der fliegende Pottwal, der nicht abheben darf, hätte im Sommerloch ein richtiger Kracher werden sollen. Jedenfalls dann, wenn die Opposition was zu sagen hätte. Hat sie aber nicht. Obwohl es natürlich wirklich ein Skandal ist, wenn die Bundeswehr Hunderte von Millionen aus dem Fenster wirft und nachher mal wieder keiner Schuld gewesen sein will. Trotzdem hat sich kaum einer über diese peinliche Planungs-Posse so richtig aufgeregt. Außer SPD, Grüne und Linke natürlich. Und die haben wirklich alles versucht. Sogar einen Untersuchungsausschuss eingesetzt. Mitten im Sommer. In den Ferien. Kurz vor der Wahl. Das gab es so vorher auch noch nicht.

Rausgekommen sind einige erstaunliche Sachen: Zum Beispiel, wie die Rüstungsindustrie versucht, der Politik die Preise zu diktieren oder, dass es im Verteidigungsministerium Entscheidungs-Vorlagen gibt, Informations-Vorlagen, Anlagen und Beilagen oder, dass auch ein Superpreuße wie Thomas de Maizière, wenn es hart auf hart kommt, zur Wahrheit ein eher taktisches Verhältnis pflegt. Ein bisschen hat er gewackelt, der Verteidigungsminister, ein paar Kratzer sind im Lack, das war es dann aber auch. Außerhalb der Berliner Käseglocke hat das teure Fluggerät mit der übergroßen Bodenhaftung keinen gejuckt. Vielleicht auch deshalb, weil es bei großen Rüstungsprojekten nie anders war. Die Opposition wird es ungerecht finden - aber, um in der Sprache des Militärs zu bleiben: Als Wahlkampfmunition war die Drohnenaffäre ein echter Rohrkrepierer.

Autoren: Stephan Ueberbach/tk

Das Wahl-ABC