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Kommunalwahl 2014 Zahlenflut strömt über eigenes Netz

Riesige Zahlenmengen bestimmen eine Wahl. Sind die Stimmen auf den Wahlzetteln erst einmal ausgezählt, landen sie beim Statistischen Landesamt. Diese Daten sind die Grundlage für die Postleitzahlensuche des SWR. Doch wie funktioniert das genau?

Datenkabel die an einem Zentralen Server zusammenlaufen

Unabhängig vom Internet fließen die Wahl-Daten nach Stuttgart (Symbolbild)

SWR.de/wahl: Tausende Daten strömen nach einer Kommunalwahl zum Statistischen Landesamt Baden-Württemberg. So auch die Ergebnisse von 1.101 Gemeinderatswahlen und 35 Kreistagswahlen. Frau Hin, wie kommen die Ergebnisse zu Ihnen?

Monika Hin ist die für Wahlen zuständige Referatsleiterin beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

Monika Hin: Die vorläufigen Ergebnisse dieser beiden Wahlen erhalten wir elektronisch über das System der dezentralen Wahldatenerfassung von den Gemeinden und den Landkreisen. Das Statistische Landesamt setzt dieses System seit der Landtagswahl 2001 bei allen Wahlen ein.

Die Verbindung erfolgt über das Kommunale Verwaltungsnetz und das Landesverwaltungsnetz. Hierbei handelt es sich um ein eigenes landesweites Netz, das vom Internet abgeschottet ist, aber mit derselben Technik arbeitet. Damit können die Vorzüge dieser Technik genutzt werden, ohne mit den Sicherheitsrisiken des Internets belastet zu sein.

SWR.de/wahl: Im Zeitalter von Computern und digitaler Kommunikation kommt bei Ihnen mittlerweile also nichts mehr per Post an?

Hin: Die endgültigen Ergebnisse der Gemeinderats- und Kreistagswahlen erhalten wir nach wie vor auf Papier.

SWR.de/wahl: Was ist für Sie das Spannendste an den Ergebnissen? Was Interessiert Sie als Hüterin der Zahlen am meisten?

Hin: Ein interessanter Aspekt bei den Ergebnissen der Gemeinderatswahlen und Kreistagswahlen ist die Tatsache, dass nicht die im Bundestag oder Landtag vertretenen Parteien die meisten Stimmen erhalten, sondern - bei den Gemeinderatswahlen seit 2004 und bei den Kreistagswahlen seit 1973 - die Wählervereinigungen.

Zu den Themen, die ebenfalls sehr stark diskutiert werden, ist der geringe Frauenanteil in den Gemeinderäten und den Kreistagen: Obwohl in den letzten Jahrzehnten die Frauenanteile in den Gemeinderäten und Kreistagen stark angestiegen sind, sind Frauen hier immer noch in der Minderheit. Nach den Gemeinderatswahlen 2009 gingen 22 Prozent der Gemeinderatsmandate an eine Frau, in den Kreistagen lag der Frauenanteil sogar nur bei 16 Prozent. Allerdings waren Frauen bereits unter den Bewerbern um einen Sitz in einem Gemeinderat oder Kreistag mit rund 29 Prozent beziehungsweise 27 Prozent in der Minderheit.