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Das Wahl-ABC E wie Erststimme



Klingt wichtiger als es ist. Denn die Erststimme entscheidet nicht, wie stark eine Partei wird. Dafür ist die Zweitstimme da. Mit der Erststimme dagegen legen die Wähler fest, welche Kandidatin oder welcher Kandidat den Wahlkreis im Bundestag vertritt. Meistens gibt es dafür eine ganze Reihe von Bewerbern, sie gehören entweder zu einer Partei, oder sie treten als unabhängige Kandidaten an. Und wer die meisten Stimmen bekommt, zieht um nach Berlin. So einfach ist das. Oder besser: So einfach KANN es sein.

Es kommt nämlich immer wieder mal vor, dass mehr Abgeordnete mit der Erststimme ins Parlament kommen als ihrer Partei eigentlich prozentual zustehen. Dann muss das Ganze bei den anderen Parteien nach einigermaßen komplizierten Regeln ausgeglichen werden. Wer möchte, kann dazu im Wahl-ABC mehr erfahren: Unter dem Buchstaben Ü wie Überhangmandat.

Wichtig werden kann die Erststimme aber auch in einem anderen Fall. Nämlich dann, wenn eine Partei bei den Zweitstimmen unter 5 Prozent landet. Die darf trotzdem ins Parlament, wenn sie mindestens drei Wahlkreise holt. Die Linke hat das schon mal geschafft. Damals hieß sie noch PDS.

Meistens gewinnen die Kandidaten der großen Parteien. Nur die Grünen haben einen Helden. Und der heißt Christian Ströbele. Dreimal hat er inzwischen seinen Wahlkreis in Berlin-Kreuzberg geholt. Die FDP guckt dagegen in die Röhre. Bisher jedenfalls. Erststimmen-König 2009 war übrigens der CSU-Kandidat im Wahlkreis Kulmbach mit unglaublichen 68,1 Prozent. Die Älteren werden sich bestimmt erinnern: Der Mann heißt Karl-Theodor zu Guttenberg.

Autoren: Stephan Ueberbach/tk

Das Wahl-ABC