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Die Kandidaten für die Bundestagswahl2017  für Baden-Württemberg

Kurzporträt Leni Breymaier (SPD) Links mit Herz

Sie ist eine Gewerkschafterin vom linken Parteiflügel, die das Herz der Sozialdemokraten wärmt: Auf Leni Breymaier, die Frau der klaren Worte, hat die Partei gewartet.

Leni Breymaier (SPD), Landesvorsitzende in Banden-Württemberg und verdi-Landeschefin in Baden-Württemberg.

Hoffnungsträgerin der SPD: Leni Breymaier

Nach dem niederschmetternden Ergebnis der SPD mit nur 12,7 Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl 2016 war für sie der Weg frei. Im vergangenen Oktober wurde die 57-Jährige als Nachfolgerin des glücklosen Nils Schmid zur SPD-Landesvorsitzenden gewählt.

Gewerkschafterin durch und durch

Leni Breymaier, gelernte Einzelhandelskauffrau, wurde schon als junge Frau Mitglied der Deutschen Angestelltengewerkschaft (DAG). In der DAG war sie Gewerkschaftssekretärin und machte dann weiter Karriere im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Sechs Jahre lang war sie stellvertretende Vorsitzende des DGB Baden-Württemberg. Dann wechselte sie als Vorsitzende zur Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Zehn Jahre blieb sie das und scheute in dieser Zeit nie das klare Wort, auf Demonstrationen nicht und auch nicht in Talkshows. Bundesweit bekannt wurde Leni Breymaier als Vorkämpferin für die sogenannten Schlecker-Frauen. Nach der Pleite des Drogerieunternehmens Schlecker waren rund 25.000 Angestellte entlassen worden, die meisten von ihnen Frauen.

Der "Schulz-Zug" als Motivationsspritze hat ausgedient

Schon als Martin Schulz im März 2016 offiziell zum Kanzlerkandidaten ausgerufen wurde, war ein Ruck durch die Partei gegangen. Allein die Ankündigung seiner Bewerbung um Parteivorsitz und Spitzenkandidatur setzte Kräfte frei. Die Landes-SPD verzeichnete im Winter einen gehörigen Mitgliederzuwachs, mehr als 1.200 Menschen traten ihr bei. Doch der Hype um den neuen Vorsitzenden ist längst abgeebbt und das von Leni Breymaier für Baden-Württemberg ausgegebene Wahlziel "26 Prozent plus X" in weite Ferne gerückt. Trotzdem bleibt die Spitzenkandidatin dabei: Die Wahlkampf-Schwerpunkte "bezahlbare Wohnungen, Rente, Bürgerversicherung und Europa" sind richtig. Diese Themen zu beackern, das sei der Markenkern der SPD.

Die Bundestagswahl ist noch nicht entschieden

Die letzten zwei Wochen vor der Bundestagswahl seien entscheidend für das Ergebnis, sagt Leni Breymaier. Von Umfragen, die Angela Merkel weit vorne sehen, hält sie nichts. Es seien noch viele Wähler nicht entschieden. Sie selbst höre im Wahlkampf genau zu, wo den Menschen der Schuh drückt. Und sie will Lösungen anbieten. Auf Fehler ihrer Partei in der Vergangenheit schaut Breymaier nicht gerne zurück. Denn ihre Überzeugung ist: Politik wird im Vorwärtsgang gemacht.

Autor: Rainer Kamm

Leni Breymaier stellt sich in "Die Wahl bei uns - Spitzenkandidaten im Endspurt" am 21. September im SWR Fernsehen Baden-Württemberg ab 20:15 Uhr den Fragen von Stephanie Haiber und Clemens Bratzler.

Die Wahl in Baden-Württemberg