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Kommunalwahl in Karlsruhe CDU an der Spitze von elf Gemeinderatsfraktionen

In Karlsruhe bleibt die CDU trotz Verlusten die stärkste Gemeinderatsfraktion, gefolgt von der SPD und den Grünen. Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) und die Piraten werden künftig neu im Gemeinderat sitzen - und nicht nur die.

Das Karlsruher Rathaus.

Das Karlsruher Rathaus (Archiv)

Im neuen Kommunalparlament sind erstmals elf Parteien und Gruppierungen vertreten. Die CDU kam in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis, das am Montagabend verkündet wurde, auf 26,8 Prozent (2009: 28,2 Prozent). Dahinter folgen die Sozialdemokraten von Oberbürgermeister Frank Mentrup mit 21,8 Prozent (2009: 19,6 Prozent) und die Grünen mit 19,9 Prozent (2009: 20,1 Prozent). Die FDP fiel von 12,6 auf 6,1 Prozent. Die Linke erreichte 5,1 Prozent (2009: 4,2 Prozent). Die erstmals angetretene AfD landete bei 5,6 Prozent und erhält somit 3 von 48 Sitzen. Die Piratenpartei (3,4 Prozent) stellt wie die Karlsruher Liste (4,2 Prozent) zwei Gemeinderäte. Auch die Spaßgruppierung "Die Partei" erhält einen Sitz. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,2 Prozent.

Vertreter aller Parteien haben angekündigt, neue Bündnisse für eine funktionierende Stadtpolitik zu suchen, von Fall zu Fall. Dabei spricht die SPD von einer engen Zusammenarbeit mit den Grünen, auch die CDU strebt lagerübergreifende Bündnisse an. Und die FDP, so ein Sprecher, wolle alle Scheuklappen ablegen, um ihre Politik zu verwirklichen.

Der Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther hatte sich schon bei der Prognose am Wahlabend "sehr zufrieden" mit den Zahlen gezeigt. Ausschlaggebend für das Ergebnis war seiner Meinung nach die klare Unterstützung der CDU für eine zweite Rheinbrücke.

Oberbürgermeister Mentrup: Es wird bunter im Gemeinderat

Der Karlsruher SPD-Sprecher Christian Eheim sagte, die SPD in Karlsruhe habe "zum ersten Mal seit 1980 wieder an Stimmen und Sitzen" zugelegt. Die SPD hatte sich durch SPD-Oberbürgermeister Frank Mentrup Pluspunkte ausgerechnet. Dieser sagte, mit Blick auf Neulinge im Stadtparlament wie die AfD: "Es wird ein bisschen bunter im Gemeinderat zugehen." Vielfalt im Gemeinderat bedeute, dass auch unterschiedliche Milieus, Berufe und Bevölkerungsgruppen repräsentiert seien.

Der Karlsruher Sprecher der AfD, Stefan Schmitt, sagte, seine Partei habe sich mehr erhofft. Die lokalen Medien hätten kaum über das Programm seiner Partei berichtet.


Nach den Ergebnissen der jüngsten Volkszählung (Zensus 2011) vom Mai 2013 ist Karlsruhe und nicht mehr Mannheim die zweitgrößte Stadt in Baden-Württemberg. Mannheim gehört zu den Städten, die gegen die Zensus-Ergebnisse geklagt haben.

Die Wahl in Baden-Württemberg