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Bundestagswahl 2017 Die Bundestagswahl ist männlich

Seit zwölf Jahren ist mit Angela Merkel eine Frau an der Spitze der deutschen Politik. Dennoch ist der Politik-Betrieb noch immer stark von Männern geprägt. Ein Blick auf die Landeslisten.

Ein Abgeordneter sitzt im Bundestag

Der Bundestag ist männlich: Von 630 Abgeordneten sind lediglich 234 Frauen

Frauen standen und stehen an der Spitze von Landesregierungen, etwa Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz oder Annegret Kramp-Karrenbauer im Saarland. Die Grünen und die Linke haben eine Quote, die Frauen gleichberechtigten Zugang zu Mandaten oder Ämtern garantieren soll. Dennoch - zählt man im Bundestag oder auf den Kandidatenlisten zur Bundestagswahl nach, dann wird schnell klar: Frauen sind in der Politik noch immer in der Minderheit.

In der jetzt ablaufenden Legislaturperiode saßen 630 Abgeordnete im Bundestag, davon waren 234 Frauen - sie waren damit lediglich ein starkes Drittel.

In Baden-Württemberg stehen mehr Männer zur Wahl

Wenn am 24. September ein neuer Bundestag gewählt wird, dann ist schon jetzt sicher, dass wieder weit mehr Männer als Frauen die Interessen der Wählerinnen und Wähler auf Bundesebene wahrnehmen werden. Und das, obwohl in Deutschland mehr Frauen leben als Männer.

In Baden-Württemberg sind weder bei den Wahlkreis-Kandidierenden (durch die Erststimme gewählt) noch auf den Landeslisten diverser Parteien (durch die Zweitstimme gewählt) Frauen gleichberechtigt vertreten.

In den insgesamt 38 Wahlkreisen in Baden-Württemberg stehen mehrheitlich Männer als Direkt- beziehungsweise Einzelkandidaten zur Wahl. In den Wahlkreisen Karlsruhe-Land, Rhein-Neckar, Schwarzwald-Baar und Konstanz haben Wählerinnen und Wähler gar keine Möglichkeit, einer Frau ihre Erststimme zu geben. Dort stehen ausschließlich Männer als Direktkandidaten zur Wahl.

CDU überrascht mit Landesliste

6:37 min | Do, 7.9.2017 | 20:15 Uhr | Zur Sache Baden-Württemberg! | SWR Fernsehen BW

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Kaum Frauenpower im Bundestag

Prognosen zeigen: Im nächsten Bundestag wird es noch weniger Frauen geben als bisher. Auch wegen der CDU. Sie nominierte für 38 Wahlkreise im Land nur 3 Frauen.

Bei den Landeslisten in Baden-Württemberg überrascht die CDU: Von den sechs Parteien, die die meisten Chancen auf einen Einzug in den Bundestag haben, verzeichnet die CDU bei diesem Bundestagswahlkampf den höchsten Frauenanteil auf ihrer Landesliste. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass bei der CDU in Baden-Württemberg nur vergleichsweise wenige Kandidatinnen und Kandidaten über die Landesliste in den Bundestag einziehen. Traditionell erringt die Partei nämlich über die Erststimmen die meisten Direktmandate. Und hier sind bei weitem wieder die Männer in der Mehrheit: In 35 der 38 Wahlkreise steht ein CDU-Mann zur Wahl. 

Frauen bei der AfD und FDP - vergeblich gesucht

Bei Grünen und Linken sind jeweils zur Hälfte Frauen und Männer auf den Landeslisten vertreten. Bei der SPD klappt es mit der Parität immerhin fast. Bei der FDP sind die Männer in der Mehrheit, Schlusslicht ist die AfD. Auf deren Landesliste finden sich auf den 30 Plätzen lediglich vier Frauen.

Autorin: Rebecca Lüer | Online: Isabel Gotovac

Die Wahl in Baden-Württemberg