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Das Wahl-ABC A wie Ausschließeritis



Hört sich an wie eine unappetitliche Krankheit, über die man auf keinen Fall beim Sonntagskaffee mit der Schwiegermutter reden sollte. Auf die Intensivstation muss deshalb zwar keiner, aber im Wahlkampf gibt es immer wieder akute Fälle von Ausschließeritis. Betroffen sind diesmal vor allem Politiker der SPD und der Grünen - aber auch ein bisschen die von der FDP.
Die Symptome sind leicht zu erkennen: Wer Sachen sagt wie: Wir schließen eine bestimmte Koalition kategorisch aus - der hat sich bereits angesteckt.

Prominente Ausschließeritis-Fälle: Peer Steinbrück, Jürgen Trittin und Rainer Brüderle. In Baden-Württemberg hat man die Ansteckungsgefahr zwar schon lange erkannt - vor allem bei den Grünen Realos - Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Parteichef Cem Özdemir oder Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer mahnen seit Monaten, man solle auf jeden Fall die Finger von dieser Wahlkampfstrategie lassen. So richtig gefruchtet hat das allerdings bislang noch nicht. Aber Angst vor Spätfolgen muss man sich dennoch nicht machen. Spätestens nach der 18 Uhr Prognose am Bundestagswahlabend werden wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Zeuge flächendeckender Ausschließeritis-Spontanheilungen.

Aber Achtung: Folgeerkrankungen sind möglich - vor allem die umfassende Generalamnesie - das klingt dann so: "Keine Koalition mit Merkel? Nein, da haben Sie was falsch verstanden." - "Was, keine Ampel? Nee, so haben wir das nicht gemeint" - "Kein Rot-Rot-Grün? Nein, das ist jetzt doch ne ganz andere Situation." Und so weiter und so weiter...

Autoren: Rebecca Lüer/tk

Das Wahl-ABC