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Die Deutsche Umwelthilfe hat Dienstautos von Politikern untersucht. Dabei wurde der Fokus auf die CO2-Emissionen gelegt. Neben Verkehrsminister Scheuer schneidet auch Umweltministerin Schulze schlecht ab.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) fährt den Dienstwagen mit dem höchsten CO2-Ausstoß im Bundeskabinett, obwohl es ein Benzin-Elektrohybrid ist. Der Strommix ist dafür ausschlaggebend.

Auch das Dienstauto von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist nur wenig besser. Der Dienstwagen mit dem größten CO2-Ausstoß kutschiert Berlins regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD): ein Benziner, der mehr als 400g CO2/Kilometer ausstößt. Die Zahlen kommen von der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Dreyer und Kretschmann im Vorderfeld

Im Ländervergleich der Regierungschefs schneiden die Ministerpräsidenten aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg verhältnismäßig gut ab. Malu Dreyer (SPD) liegt mit einem Diesel-Fahrzeug auf dem dritten Platz, Winfried Kretschmann (Grüne) mit einem Benzin-Elektro-Fahrzeug auf Platz fünf. Der Bremer Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) führt den ersten Platz an.

Die Dienstwagen der Bundesminister im Überblick

Politiker*inMinisteriumDienstwagenAntriebCO2-Ausstoß
Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.
Julia KlöcknerErnährung und LandwirtschaftAudi A8 50 TDI quattroDiesel216 g/km
Dr. Gerd MüllerWirtschaftliche Zusammenarbeit und EntwicklungBMW 740Le iPerformanceBenzin/Elektro216 g/km
Dr. Franziska GiffeyFamilie, Senioren, Frauen und JugendBMW 730Ld xDriveDiesel220 g/km
Anja KarliczekBildung und ForschungBMW 730Ld xDriveDiesel223 g/km
Jens SpahnGesundheitAudi A8 l 50 TDI quattroDiesel225 g/km
Peter AltmaierWirtschaft und EnergieAudi A8 L 50 TDIDiesel231 g/km
Hubertus HeilArbeit und SozialesAudi A8 L 50 TDIDiesel232 g/km
Svenja SchulzeUmwelt, Naturschutz und nukleare SicherheitBMW 745e iPerfomanceBenzin/Elektro242 g/km
Christine LambrechtJustiz und VerbraucherschutzBMW 745e iPerformanceBenzin/Elektro242 g/km
Andreas ScheuerVerkehr und digitale InfrastrukturBMW 745Le xDriveBenzin/Elektro258 g/km

Insgesamt eine Verschlechterung der Emissionen

Die Zahlen zum CO2-Ausstoß der DUH sind nicht identisch mit den Angaben zum offiziellen CO2-Normausstoß der Autohersteller, die deutlich tiefer liegen. Bei ihrer eigenen Erhebung stützt sich die Umwelthilfe auf Daten des Umweltforschungsverbunds ICCT.

Insgesamt seien die CO2-Emissionen bei Dienstwagen erstmals gestiegen, so die DUH. Zudem halte keiner der Dienstwagen der Regierungspolitiker im Bund und in den Ländern EU-Flottengrenzwerte ein. Bei Fahrzeugen mit teil- oder vollelektrischem Antrieb wurde den Angaben zufolge der CO2-Gehalt des deutschen Strommixes zugrunde gelegt.

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