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Die Eisheiligen "Die kalte Sophie macht alles hie"

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia – die Eisheiligen bringen oft kalte Winde und zum Teil Bodenfrost, kommen laut heutigem Kalender aber meist zu früh.

Von Umwelt-Redakteurin Petra Haubner

Die Frau unter den Eisheiligen kommt zum Schluss. Vielleicht, weil Frauen immer etwas länger brauchen, bis sie partytauglich sind. "Die kalte Sophie macht alles hie" – heißt die dazugehörige Bauernregel. Heißt frei übersetzt: Erst wenn Madame da war, darf die Aussaat raus aufs Feld und in die Gärten.

Benannt sind die Eisheiligen nach verschiedenen Bischöfen und Märtyrern. Jeweils gesetzt auf deren Gedenktage vom 11. bis 15. Mai. Das hat früher auch ganz gut funktioniert. Da waren die Herrschaften eigentlich immer recht pünktlich.

Papst Gregor hat am Kalender gedreht

Rapsfeld im Frühling

Rapsfeld im Frühling

Bis Papst Gregor 1582 auf die Idee kam, den Kalender umzustellen und das Gregorianische Zeitalter einzuläuten. Er hat das Jahr um ganze zehn Tage eingedampft. Das heißt, nach der alten Zeitrechnung kämen die Eisheiligen erst zehn Tage später.

So oder so – es gibt auch eine logische Erklärung für die Eisheiligen. Rein wettertechnisch betrachtet sind die Temperaturen im Mai auf dem Festland schon auf Frühling gepolt. Die Meere sind aber noch kalt. So große Wasserbecken brauchen einfach ein bisschen länger, bis sie warm werden.

Durch diese Temperaturunterschiede können Tiefdruckgebiete entstehen. Die verschieben die warme Luft in den Norden und die kalte Luft aus den Polargebieten Richtung Festland. Das wiederum kann dann je nach Wetterlage den gefürchteten Frost bringen, für den die Eisheiligen eigentlich bekannt sind. Es gab ihn aber in den letzten Jahren immer weniger ausgeprägt.

Sommerfeeling durch Hoch Peter

Es könnte sein, dass der Klimawandel sich langsam bemerkbar macht. Wenn es im Norden nicht mehr ganz so kalt wird, dann kommt auch weniger kalte Luft nach Deutschland in den Süden geweht.

Gerade sorgte das Hoch Peter für ein wenig "Sommerfeeling". Doch Wetterprognosen deuten darauf hin, dass die Eisheiligen in diesem Jahr mit nur wenig Verspätung eintreffen werden.

Online: Peter Mühlfeit und Martina Schlick