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Deutscher Wetterdienst warnt Mehr Hitze-Tote durch Klimawandel

Es sind dramatische Zahlen: Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnte es in Deutschland drei- bis fünf Mal so viele Hitze-Tote geben wie bisher, befürchtet der Deutsche Wetterdienst.

Autor: Stephan Ueberbach, SWR Hauptstadtstudio

Der Grund: der Klimawandel lässt die Temperaturen weiter steigen. Hitzewellen und extreme Temperaturschwankungen sind die Folge. Vor allem für Menschen mit Herzkrankheiten kann das gefährlich werden.

Laut einer neuen Studie des Deutschen Wetterdienstes ist in den heißen Sommern der Jahre 2000 bis 2010 die Sterblichkeit bei Herzpatienten im Schnitt um 10 bis 15 Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind ältere Menschen und chronisch Kranke. Weil die Hitze das Herzkreislaufsystem stark belastet. Allein im heißen Jahr 2003 sollen 7.000 Menschen in Deutschland gestorben sein.

Süden und Westen besonders betroffen

Klimawandel im Südwesten

Klimawandel zerstört nicht nur die Umwelt - auch die Menschen sind gefährdet

Das Umweltbundesamt, das UBA, geht davon aus, dass die Gesundheitsrisiken vor allem dort steigen werden, wo es schon heute am wärmsten ist. Nämlich im Süden und im Westen Deutschlands. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger rät deshalb dazu, sich möglichst rechtzeitig auf den Klimawandel einzustellen. Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung, wenig Alkohol und der Verzicht auf Zigaretten könnten dabei helfen, das eigene Risiko zu senken.

In den Städten muss es kühler werden

Nach Ansicht des Umweltbundesamtes sollten sich aber auch die Behörden besser vorbereiten und dafür sorgen, dass es in den Städten kühler wird. Aktuelle Informationen liefert das Hitzewarnsystem des Wetterdienstes über das Internet und eine spezielle Wetter-App.

Geeignete Maßnahmen fehlen noch

Notarzt

Durch den Klimawandel steigen die Gesundheitsrisiken

Einen nationalen Hitzeplan - wie etwa in den Niederlanden - gibt es in Deutschland aber nicht. Genauso wenig wie eine bundesweit einheitliche Regelung für die Schulen. Zuständig dafür sind die Länder.

Immerhin: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet im Internet Tipps und Ratschläge an.


Online: Dimi Triantafillu