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In Deutschland gilt das Beherbergungsverbot. Die Aussichten für Ostern stimmen nicht wegen der hohen Infektionszahlen wenig hoffnungsvoll. Da lockt der Deutschen Lieblingsinsel im Mittelmeer mit offenen Hotels und Restaurants. Und sie kommen…

"Bei uns geht’s Schlag auf Schlag", sagt Norbert Amthor. Er betreibt ein kleines Hotel auf Mallorca. Seitdem das Auswärtige Amt die Reisewarnung für die Balearen und andere Gebiete Spaniens aufgehoben hat, steigen die Buchungszahlen. "Normalerweise", so Amthor, kämen im Januar und Februar viele Besucher, um die Mandelblüte zu erleben. Die blieben aber komplett weg. "Wir hatten überhaupt keine Anfragen."

Das ändert sich jetzt: Die Osterferiensaison sei "schon ganz gut gebucht", freut sich der Hotelier. Auch der größte deutsche Reiseveranstalter, die Tui, sagt, man habe derzeit etwa doppelt so viele Buchungen wie vor den Osterferien im Jahr 2019.

Wer nach Mallorca reisen will, braucht einen negativen Corona-Test. Das muss zwingend ein PCR- oder TMA-Test sein, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Weitere Informationen dazu auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Restaurants bleiben abends dicht

Auf ein gemütliches Abendessen auf der Restaurant-Terrasse mit Blick in den Sonnenuntergang wird man verzichten müssen. Ab 17 Uhr sind alle Restaurants und Bars auf Mallorca geschlossen. Die Innenräume dürfen nur zu einem Drittel belegt sein. Wer also auf Ballermann-Feeling hofft, kann gleich zu Hause bleiben. Hinzu kommt, dass überall Maskenpflicht gilt. "Die wird auch streng kontrolliert", sagt Hotelier Amthor. Nur am Strand, auf einer Wanderung oder während des Essens darf sie abgenommen werden.

Diskussion um Reisen über Ostern

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Guido Zöllick, findet es ungerecht, dass die Bundesregierung einerseits Urlaub im internationalen Maßstab möglich mache, ein Besuch in heimischen Biergärten aber weiterhin nicht erlaubt sei. Ähnlich sieht das auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig von der SPD. Sie will sich für einen "kontaktlosen" Urlaub im eigenen Land einsetzen. "Dass jetzt wieder der Mallorca-Urlaub sozusagen dem Urlaub im eigenen Land aus epidemiologischen Gründen vorgezogen wird, das versteht niemand", sagte sie im Deutschlandfunk.

Im Interview mit der Bild-Zeitung hatte sich zuvor auch der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), für ein ähnliches Modell ausgesprochen. "Das wäre ja für die Menschen im eigenen Land der Urlaub in der Ferienwohnung oder im Ferienhaus", sagte Haseloff.

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