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Mit dem "Fleischatlas 2021" wollen die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland eine "Fleischwende" einleiten. Das Ziel: Weniger Konsum.

Es geht um das Klima und die Lage sei ernst. Für die Heinrich-Böll-Stiftung und den BUND sind für die geforderte "Fleischwende" zwei Dinge entscheidend: Die Fleisch-Produktion müsse grundlegend umgebaut werden und genauso müsse sich unser Fleischkonsum ändern. Der Verbrauch soll insgesamt um mindestens die Hälfte reduziert werden. Denn weltweit könnte die Fleischproduktion ohne Kurswechsel bis 2028 um 40 Millionen auf rund 360 Millionen Tonnen pro Jahr steigen, so die Schätzung.

Massentierhaltung so klimaschädlich wie Ölförderung

Schon jetzt verursache demnach allein die Tierhaltung 14,5 Prozent der globalen Emissionen. Die fünf größten Fleisch- und Milchkonzerne emittierten so viele klimaschädliche Gase wie der weltgrößte Ölmulti Exxon. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass sich die Fleischproduktion seit den 70er Jahren verdreifacht hat. Das heißt, es gibt deutlich mehr Masttiere in deutlich weniger Betrieben. Fast 60 Prozent der erzeugten Mais- und Ölsaaten wie Soja werden deshalb verfüttert und nicht von Menschen direkt konsumiert. Das alles müsse sich drastisch ändern. Klima und Biodiversität könnten also nur geschützt werden, wenn Industrienationen wie wir den Fleischkonsum halbieren. Statt 60 Kilo Fleisch und Wurst im Jahr, sollte jeder von uns höchstens 30 Kilo essen.

Auf nur fünf Großunternehmen entfallen zwei Drittel der deutschen Schweinefleischproduktion. Grafik aus dem "Fleischatlas 2021". (Foto: Bartz/Stockmar)
Auf nur fünf Großunternehmen entfallen zwei Drittel der deutschen Schweinefleischproduktion. (Quelle: Fleischatlas 2021) Bartz/Stockmar

Junge Menschen bereit für weniger Fleischkonsum

In einer Umfrage, die Teil des "Fleischatlas 2021" ist, kam heraus, dass vor allem die jüngere Generation die Fleischproduktion in Deutschland in ihrer jetzigen Form ablehnt. Mehr als 70 Prozent der 15 bis 29-Jährigen seien demnach für eine Veränderung der Bedingungen. 40 Prozent der Befragten gaben an, wenig Fleisch zu essen. 13 Prozent würden sich ausschließlich vegetarisch oder vegan ernähren. Das seien doppelt so viele wie im Gesamtdurchschnitt der Bevölkerung. Auch der Umsatz mit Fleischersatz-Produkten steigt immer weiter. 2019 habe es dort ein Rekordumsatz von 273 Millionen Euro gegeben. Zum Vergleich: Mit Fleisch und Wurst wurden dem Bericht zufolge im selben Zeitraum 40,1 Milliarden Euro umgesetzt.

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