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Der Fall Skripal Baerbock: Russland behindert Aufklärung

Der Weltsicherheitsrat soll sich heute auf Antrag Russlands mit dem Fall des vergifteten Ex-Spions Skripal beschäftigen. Die grüne Parteivorsitzende Annalena Baerbock hat Moskau vorgeworfen, die Aufklärung des Falles zu behindern.

Experten durchsuchen die Parkbank, wo Sergei und Yulia Skripal in kritischen Zustand gefunden wurden

Experten durchsuchen die Parkbank, wo Sergei und Yulia Skripal in kritischen Zustand gefunden wurden

Russland hat die Sondersitzung des höchsten UNO-Gremiums beantragt. Die russische Regierung wehrt sich gegen den britischen Vorwurf, hinter der Tat zu stecken. Der frühere russische Spion Sergej Skripal und dessen Tochter sind Anfang März in Großbritannien Opfer eines Giftanschlags geworden. Sie liegen schwer verletzt im Krankenhaus.

Aus Protest haben mehr als 20 Länder russische Diplomaten ausgewiesen. Jüngste Untersuchungen eines britischen Militärlabors haben jedoch gezeigt, dass das eingesetzte Nervengift nicht unbedingt aus Russland kommen muss.

"Indizien sprechen gegen Russland"

Im Gespräch mit SWR Aktuell warf Baerbock Russland vor, die Aufklärung zu behindern. "Es gibt eine internationale Organisation zum Verbot von chemischen Waffen, die an der Aufklärung arbeitet. Am Mittwoch bei der Sitzung haben Vertreter der russischen Regierung die wissenschaftliche Expertise dieser Organisation in Frage gestellt. Sie haben gesagt, die, die da aufklären, können das eigentlich gar nicht.“

Und das, so Baerbock weiter, bei einer Lage, bei der alle Indizien klar darauf hindeuteten, dass das militärische Nervengift aus der Sowjetunion komme. "Da muss man an einer Aufklärung arbeiten. Da ist der Kreml gefragt und der verweigert sich dieser Aufklärung."

"Maßvoll" gegen Moskau

0:58 min

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Baerbock, Annalena

Die Entscheidung der Europäischen Union, russische Diplomaten auszuweisen, verteidigt Baerbock: "Dass die russische Regierung im Inland brutal gegen Kritiker vorgeht, ist bekannt. Wenn sie diese Praxis jetzt scheinbar auf Europa ausweitet und statt an einer Aufklärung mitzuarbeiten mit einer Fehlinformationskampagne startet, da muss man
als Europäische Union auch reagieren. Man hat das maßvoll getan."

Trotz aller Kritik sei es wichtig, den Dialog zwischen Deutschland und Russland aufrecht zu erhalten: "Man muss immer weiter in Kontakt bleiben, aber man muss halt auch deutlich machen, dass es Werte in der Europäischen Union gibt und dass man so ein Verhalten nicht akzeptiert."

Online: Peter Mühlfeit