Constance Schirra (Foto: SWR, © SWR/Christian Koch, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im Rahmen einer engen, unternehmensbezogenen Berichterstattung im SWR-Zusammenhang bei Nennung Bild: SWR/Christian Koch (S2+), SWR Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden, Tel: 07221/929-24429, foto@swr.de)

Zwei Minuten: Die Kolumne zum Wochenende

Das neue Jahr wird blöd. Oder?

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Corona im alten Jahr, Corona im neuen Jahr - was soll sich schon ändern? Wesentliches!

So! Jetzt! Los! Besinnung! Das ist so zum Anfang eines jeden neuen Jahres. Man schaut auf das vergangene zurück und auf das kommende voraus.

Die Kolumne von Constance Schirra können Sie hier auch im Audio anhören:

Das vergangene Jahr? War blöd! Dieses miese kleine Virus ist nicht von uns gewichen, auch wenn die Politik das zeitweise vergessen hatte. Außer Onkel Karl natürlich. Aber Onkel Karl hatte da noch nichts zu sagen, jetzt hat er was zu sagen, jetzt sagt er was anderes. Na jedenfalls: Wahl war wichtiger. Und da Teile der Politik auch vergessen hatten, wie Plus- und Minusrechnung geht, musste erstmal geklärt werden, wer die Wahl überhaupt gewonnen hat. Ja und meine Güte, sowas dauert eben, man kann sich nicht um alles kümmern und der Gesundheitsminister hatte eh schon gesagt: Notlage? Gibt’s nicht mehr!

Die Politik hat das Virus aus den Augen gelassen. Aber das Virus hat uns nicht aus den Augen gelassen. Hat ein Virus Augen? Vielleicht wenigstens eins? Das Virus dachte sich: Ha! Keiner guckt! Grinste böse, verwandelte sich und benannte sich um. Jetzt heißt es Omikron – was dafür spricht, dass es an und für sich ein bescheidenes Virus ist, denn Omikron steht im griechischen Alphabet für das kleine „o“. OMEGA – das wäre das große gewesen. Trotz des kleinen Namens hat das Virus jetzt große Kraft. Es kann noch schneller in noch mehr menschliche Münder und Nasen krabbeln.

Corona im alten Jahr, Corona im neuen Jahr - was soll sich schon ändern? Wesentliches! (Foto: imago images, Rolf Poss)
Corona im alten Jahr, Corona im neuen Jahr - was soll sich schon ändern? Wesentliches! Rolf Poss

Ach du lieber Himmel, dachte sich die Politik, als sie irgendwann aus ihrer Blase hervorlugte. Was machen wir denn jetzt? Sie entschied sich für eine beherzte „Impf-Booster-Masken-Abstands-Lüften-Kein-Kontakt Kampagne.“ Zu spät. Nur auf Intensivstationen kommen in diesen Tagen noch viele Menschen zusammen.

Das kommende Jahr? Wird blöd, könnte man jetzt sagen, weil vermutlich ähnlich. Aber man soll optimistisch in die Zukunft schauen, ist besser für die Seele. Und ich schaue in die Zukunft und sehe: 2022 werden die Tattoo-Farben sicherer! Man kann seine olle elektrische Zahnbürste im Discounter abgeben! Veranstalter von Kaffeefahrten dürfen keine Blutdruckmessgeräte mehr anbieten! Im Sommer ist Karneval, im Winter Fußball WM! Das ist doch was!

Ja ja… natürlich… Omikron bleibt, vielleicht kommen noch My, Ny oder XI, aber: Christian Drosten bleibt auch! Und unser beliebtester Virologe, der verliert dieses fiese kleine Ding ganz gewiss nicht aus den Augen, der passt auf. Und außerdem sagt er, dass wir eines Tages nur noch kurz niesen müssen, wenn wir dem Virus begegnen. Gut… in welchem Jahr der Tag sein wird, das konnte Herr Drosten nicht sagen.

Aber ich! Als ich nämlich in die Zukunft sah, sah ich… ja… ok, diese Rot-Grün-Gelben in der Regierung… Laissez-Faire… aber hier… holla… dem Himmel sei Dank: Bayern übernimmt im neuen Jahr den Vorsitz der Innenminister-Konferenz. Und das heißt: Struktur! Ordnung! Regeln! Strafen! Und das gilt für alle! Auch für fiese miese kleine Viren! Also: WENN einer dem Virus den Garaus machen kann, dann der König von Bayern. Und deshalb: Frohes Neues Jahr!

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