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Die Lkw-Sparte von Daimler macht weniger Gewinn als erwartet und muss nun sparen. Das hat vor allem Auswirkungen auf das Daimler-Trucks-Werk in Wörth in Rheinland-Pfalz.

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16:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Die Daimler Lkw-Sparte Daimler Trucks & Buses hat im Jahr 2019 weniger Gewinn erwirtschaftet. Das teilte das Unternehmen am Dienstag auf seinem Jahrespressegespräch in Stuttgart mit. Das operative Ergebnis ging um elf Prozent auf ca. 2,5 Milliarden Euro zurück (2018: 2,75 Milliarden Euro), während der Umsatz auf 40,2 Milliarden Euro stieg (2018: 38,3 Milliarden Euro). Daimler-Truck-Chef Martin Daum sprach von einem "soliden Jahr".

Daimler Trucks verkauft sechs Prozent weniger Lkw

2019 verkaufte Daimler Trucks 488.500 Fahrzeuge und damit rund sechs Prozent weniger Lkw und Busse als im Rekordjahr 2018 (517.300 Einheiten). Grund dafür seien eine geringere Nachfrage in den wichtigen Märkten Europa und Nordamerika gewesen, sagte ein Daimler-Sprecher.

Mit einer Krise habe das Ganze nichts tun, versicherte das Unternehmen. Was sich momentan im Lkw-Geschäft entwickle, sei typisch für die Branche. Auf Jahre mit vielen Lkw-Bestellungen folgte schon immer eine Abkühlung. An genau diesem Punkt des Zyklus stehe man jetzt.

Für 2020 erwartet Daimler Trucks aufgrund einer sinkenden Nachfrage nach Lastwagen ein schwieriges Jahr. "Wir wollen und werden unsere Kosten dauerhaft senken", sagte Daum. Bis Ende 2020 sollen in der Lkw-Sparte rund 550 Millionen Euro eingespart werden. Das hatte das Unternehmen bereits im Herbst angekündigt.

Daimler Trucks & Buses Chef Martin Daum auf der Bilanz-Pressekonferenz in Stuttgart. Im Hintergrund steht ein LKW. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa)
Daimler Trucks & Buses Chef Martin Daum auf der Bilanz-Pressekonferenz in Stuttgart picture alliance/Marijan Murat/dpa

Daimler Trucks & Buses rechnet für 2020 mit einem um 15 Prozent rückläufigen Markt. Das Niveau habe das Unternehmen bereits erreicht, "das heißt, wir gehen eigentlich davon aus, dass wir mit dem heutigen Niveau stabil durch das Jahr 2020 fahren werden", sagte Daum. Gleichzeitig treibt der Konzern seine Bemühungen voran, große Elektro-Lkw in Serie zu produzieren und das automatisierte Fahren weiterzuentwickeln. Das kostet viel Geld, daher sind die Erwartungen an die Rendite ebenfalls eher gedämpft.

Weniger Beschäftigte in der Verwaltung

In den südwestdeutschen LKW-Werken plant das Unternehmen mit weniger Stellen in der Verwaltung. "Im Verwaltungsbereich gehe ich von einem leichten Rückgang der Beschäftigten in den nächsten drei bis vier Jahren aus", sagte Daum. Die Zahl der Arbeiter solle relativ stabil bleiben.

Schlechte Zeiten für Zeitarbeiter in Daimler Werk in Wörth

Das hat auch Auswirkungen auf das größte Werk der Lkw-Sparte, Wörth in Rheinland-Pfalz. Dort wurden 2019 nach Angaben des Unternehmens 85.000 Lkw gefertigt, rund 16.000 weniger als noch 2018. Daimler sieht die Auslastung des Werkes auf einem stabilen Niveau. Bereits im Dezember 2019 hatte das Daimler-Trucks angekündigt, frei werdende Stellen im Wörther Werk nicht mehr neu zu besetzen sowie die Arbeitszeit einiger Mitarbeiter zu reduzieren. Viele Mitarbeiter arbeiteten aufgrund der hohen Auslastung bisher 40 Stunden, das solle nun auf die tariflichen 35 Stunden pro Woche heruntergefahren werden. Betriebsbedingte Kündigungen für die Stammbelegschaft solle es nach Angaben von Daimler nicht geben. Für die Stammbelegschaft gilt eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029.

Während Daimler Trucks die Auswirkungen auf die Stammbelegschaft durch flexible Arbeitszeitmodelle abzufedern versucht, trifft es Zeitarbeiter in Wörth härter. Einige Verträge seien nicht verlängert, andere vorzeitig beendet worden, sagte ein Daimler-Sprecher. Es sollen nach Angaben des Daimler-Gesamtbetriebsratschefs Michael Brecht im vergangenen Jahr einige hundert Leiharbeiter in Wörth nicht übernommen worden sein.

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