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Im Streit um die Zukunft seines Stammwerkes wirft Daimler dem Betriebsrat eine Blockadehaltung vor und droht mit alternativen Standorten für das geplante Elektro-Kompetenzzentrum.

Um für das Elektro-Kompetenzzentrum "Campus Mercedes Drive Systems" im Werk Stuttgart-Untertürkheim Platz zu schaffen, will der Autobauer Teile der Produktion verlagern.

Frühere Vereinbarungen sollen gelten

Der Betriebsrat besteht aber darauf, dass für wegfallende Arbeit beim Umstieg auf die Elektromobilität – wie einst vereinbart – eine Kompensation geschaffen wird. Ein Streitpunkt ist dabei die Fertigung von Kurbelwellen. Der Konzern-Vorstand wirft dem Betriebsrat nun eine Blockadehaltung vor. Denn die früher getroffenen Vereinbarungen seien damals richtig gewesen, doch die Lage habe sich grundlegend geändert, so der Daimler-Vorstand heute.

"Festhalten am Status quo ist daher keine Option."

Markus Schäfer und Jörg Burzer, Daimler-Vorstände

Der Streit um das Daimler-Stammwerk und die Auswirkungen des Daimler-Sparkonzepts schwelt schon seit Wochen. Im Zuge der Neuausrichtung sollen dort nach Angaben des Betriebsrats mehrere Tausend Jobs wegfallen.

Gesamtbetriebsratschef gab kritisches Interview

In Bezug auf den Kurs des Daimler-Konzerns hat Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht dem Management kürzlich im "Handelsblatt" vorgeworfen, "absolut beratungsresistent" zu agieren. Brecht meinte:

"Eine Beziehung, in der man sich weigert, aufeinander zuzugehen, hält nicht lange. Wir sind an einem kritischen Punkt."

Michael Brecht, Vorsitzender des Daimler-Gesamtbetriebsrats

Germersheim Protestaktionen gegen Stellenabbau bei Daimler

Im Zuge einer bundesweiten Protestwoche gegen einen drohenden Personalabbau beim Auto- und Nutzfahrzeughersteller Daimler, sind heute Aktionen in der Südpfalz geplant. Die Gewerkschaft IG Metall in Neustadt hat dazu mehr als 3.000 Beschäftigte des Globalen Logistikzentrums in Germersheim und Offenbach aufgerufen. Laut IG-Metall sollen sich die Daimler-Beschäftigten in Germersheim und Offenbach unter dem Motto “Solidarität gewinnt“ an zentralen Punkten auf dem Werksgelände versammeln, um dort ausgefüllte Postkarten abzugeben. Darauf fordern die Arbeitnehmervertreter von der Konzernspitze, die Beschäftigten am geplanten Umbau des Unternehmens zu beteiligen, Fahrzeuge mit Elektro- und Hybridantrieben künftig in Deutschland zu bauen und die Beschäftigten entsprechend weiterzubilden. Geplant sei, rund 170.000 Postkarten aus allen deutschen Daimlerwerken Anfang Dezember an den Vorstand zu übergeben. Mit der Aktionswoche wenden sich Daimler-Betriebsrat und IG-Metall nach eigenen Angaben gegen den drohenden Abbau Zehntausender von Stellen.  mehr...

Daimler-Truck-Betriebsräte warnen vor Arbeitsplatzverlusten Sorge bei Daimler-Beschäftigten in Gaggenau und Wörth

Die Betriebsräte der Lastwagensparte von Daimler an den Standorten Gaggenau und Wörth befürchten Personaleinschnitte. In einem Flugblatt, das dem SWR vorliegt, ist die Rede von einer drohenden Halbierung der Belegschaft.  mehr...

Sparmaßnahmen beim Stuttgarter Autobauer Daimler verkürzt Arbeitszeit auf 35 Stunden - 4.000 Mitarbeiter betroffen

Der Sparkurs bei Daimler geht weiter: Rund 4.000 Mitarbeiter sollen nur noch 35 Stunden pro Woche arbeiten und bezahlt bekommen. Auch Arbeitnehmer in Stuttgart sind betroffen.  mehr...

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