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Die USA verhängen einen Einreisestopp für EU-Bürger. Viele Menschen, die über Ostern Urlaub in Amerika machen wollten, sind verunsichert. Wir klären über Reiserechte auf.

Aufgrund des von US-Präsident Donald Trump verordneten Einreisestopps dürfen EU-Bürger am Freitag, den 13. März nur noch bis Mitternacht (Ortszeit) in die USA einreisen. Das Einreiseverbot gilt bis einschließlich 12. April. Als Grund nannte Trump, dass die Europäische Union nicht dieselben Schutzmaßnahmen wie die USA ergriffen und Reisen aus China nach Europa nicht früh genug gestoppt haben. Auch das Auswärtige Amt informiert über das Einreiseverbot.

Am Vormittag ging zum Beispiel der vorerst letzte Direktflug für Europäer von Stuttgart in die USA. Um 9:50 Uhr hob der Delta-Flieger am Stuttgarter Flughafen Richtung Atlanta ab. Das Einreiseverbot und das Coronavirus sorgten bei den Passagieren in Stuttgart für gemischte Gefühle.

Coronavirus: Recht auf Entschädigung bei Einreiseverbot?

Bei Erstattungs- und Entschädigungsfragen kommt es auf den Grund für die Absage der Reise an. "Wenn man eine Pauschalreise gebucht hat, dann würde ich sagen, kann man unter diesen Umständen die Reise kostenlos stornieren", sagt SWR-Wirtschaftsredakteurin Tamara Land. "Es liegen in so einem Fall unvermeidbare außergewöhnliche Umstände vor." Deshalb dürfte bei einem Einreiseverbot auch Paragraph 651h des Bürgerlichen Gesetzbuches greifen.

Viele Reiseveranstalter sagen aber auch bereits von sich aus Reisen ab. Urlauber sollten sich im Zweifelsfall an den Veranstalter wenden und nachfragen, ob und wie die Reise stattfindet. Auch etliche Fluggesellschaften streichen aktuell Flüge in die USA, zum Beispiel hat die Lufthansa ihren Flugplan ausgedünnt. Denn die Nachfrage sei aufgrund des Coronavirus deutlich gesunken.

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Individualreisende sollten Airlines und Hotels kontaktieren

Auch wer Flug und Hotel einzeln gebucht hat, sollte mit der Fluggesellschaft und der Unterkunft Kontakt aufnehmen. Bei einem Einreiseverbot dürften die Chancen gut stehen, den Flug kostenlos zu stornieren. Hier dürfte Paragraph 648a des Bürgerlichen Gesetzbuches greifen. Dazu bieten viele Fluggesellschaften zurzeit aufgrund des Coronavirus von sich aus kostenlose Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten an.

Bei der gebuchten Unterkunft greift laut SWR-Wirtschaftsredakteurin Tamara Land das Recht, in dem das Hotel oder die Pension ist. Hier gibt es keine einheitliche Regelung. Reisende sollten auf jeden Fall mit dem gebuchten Hotel in Kontakt treten: "Man sollte schauen, ob es eine Kulanzregelung gibt, ob man den Aufenthalt verschieben kann oder ob man doch sein Geld zurückbekommt", sagt die Reiseexpertin.

Reiserücktrittsversicherungen helfen bei Coronavirus-Einreiseverbot nicht

Die Reiserücktrittsversicherung springt ein, wenn Urlauber aus persönlichen Gründen die Reise nicht antreten können. Das kann der Fall sein, wenn der Reisende seinen Job verloren hat oder schwer erkrankt ist und damit nicht reisefähig ist.

Wer aus Angst vor dem Coronavirus seine Reise storniert, hat keinen Anspruch darauf, sein Geld zurückzubekommen. Auch im Fall eines Einreiseverbots für bestimmte Nationalitäten kommt die Reiserücktrittsversicherung nicht für die entstandenen Kosten auf, sagt der ADAC.

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