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Italien hat rund ein Dutzend Städte in der Lombardei und in Venetien abgeriegelt. Damit reagierte die italienische Regierung auf Todesfälle durch das Coronavirus sowie die steigende Zahl von Infektionen. Auch der berühmte Karneval in Venedig wurde abgesagt.

Die Einwohner des Städtchens Codogno und neun umliegender Ortschaften in der Lombardei dürfen weder ein- noch ausreisen. Wer dennoch die Stadt verlassen wolle, benötige "besondere Ausnahmeregelungen", so der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte.

Zudem sollen seiner Aussage nach Unternehmen und Schulen geschlossen werden. Auch die Stadt Vo in Venetien ist gesperrt. Über die Einhaltung wachen Polizei und Militär. Aus Venetien stammte das erste Corona-Opfer in Italien, ein 78-jähriger Rentner.

Weltberühmter Karneval abgesagt

Am Wochenende wurden in der Lombardei und in Venetien mehrere Sportveranstaltungen abgesagt. Darunter drei Spiele der Serie A. Auch der Karneval in Venedig findet dieses Jahr aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus nicht statt. Das teilte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, mit.

Die Feste und Umzüge des venezianischen Karnevals hätten eigentlich bis Dienstag stattfinden sollen. In der Region ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen auf 19 gestiegen, so Zaia. Zwei von ihnen würden in Venedig im Krankenhaus behandelt.

"Wir müssen uns drastischen Maßnahmen anpassen."

Luca Zaia, Präsident der Region Venetien

Drei Todesfälle durch Coronavirus

Mittlerweile sind in Italien innerhalb kurzer Zeit drei Menschen am Coronavirus gestorben. Es waren die ersten europäischen Opfer. Mehr als 100 Menschen in Italien sind mit dem Virus infiziert.

Damit ist Italien das europäische Land mit den meisten erfassten Corona-Infizierten. In Deutschland gibt es bisher 16 gemeldete Fälle. In Frankreich sind es zwölf. Dort war vor einer Woche ein chinesischer Tourist der Krankheit erlegen. In Südkorea wurde heute wegen des Corona-Virus die höchste Risikostufe ausgerufen. In dem Land gibt es mit mehr als 600 Fällen nach China die bisher höchste Zahl an Infizierten.

Als Kartenspieler häufig in Bars unterwegs

Der Rentner Ariano T. befand sich bereits in einem so schlechten gesundheitlichen Zustand, dass es für ihn keine Rettung mehr gab. Wo sich der Mann mit dem gefährlichen Virus infiziert hat, ist noch unklar. Ein enger Freund des Verstorbenen ist ebenfalls am Virus erkrankt.

Beide sollen laut Medienberichten engagierte Kartenspieler gewesen sein und für dieses Hobby waren sie wohl häufig in den örtlichen Kaffeebars unterwegs. Verbindungen des Verstorbenen nach China oder Verbindungen zu Menschen, die vor kurzem in China gewesen sind, sind nicht bekannt.

WHO besorgt über die Entwicklung

Die Tatsache, dass Krankheitsfälle ohne erkennbare Verbindung zu China auftreten, gibt auch der Weltgesundheitsbehörde (WHO) Anlass zur Sorge. Außerdem war man davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit länger sein könne als zwei Wochen.

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