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In der vom Corona-Virus besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei ist besonders die Zahl der Infizierten sprunghaft gestiegen. Grund dafür ist eine neue Zählweise.

Wie dramatisch sich diese auswirkt, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Nach offiziellen Angaben waren es gestern 242 neue Tote - mehr als doppelt so viele wie am Tag davor. Auch die Zahl der Infizierten stieg sprunghaft an - um über 14.000. Insgesamt sind damit jetzt in China mehr als 60.000 Fälle bekannt, davon rund 48.000 allein in Hubei.

"Überarbeitete" Diagnoseergebnisse

Der sprunghafte Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass China die Kriterien für die statistische Erfassung der Infizierten geändert hat: Ab sofort werden auch die Patienten als Infizierte mitgezählt, die nach einer klinischen Diagnose als erkrankt gelten - selbst wenn ein Labortest eine Infektion mit dem Coronavirus erst noch bestätigen muss.

Viele Verdachtsfälle, wenig bestätigte Fälle

Für das neuartige Coronavirus hat es bislang zwei Diagnosen gegeben: Verdachtsfälle und bestätigte Fälle. Um als bestätigter Fall zu gelten, brauchte es zweimal einen positiven Labortest. Damit gab es zwar viele Verdachtsfälle, aber relativ wenige bestätigte Fälle.

Jetzt wurde die klinische Diagnose hinzugefügt. Das heißt: Wer jetzt mit Lungenentzündung und hohem Fieber in Wuhan im Krankenhaus landet, wird nach einer Untersuchung durch den Arzt von nun an höchstwahrscheinlich als Corona-Patient mitgezählt - unabhängig davon, ob es schon einen Test im Labor gab oder nicht. Bislang war nur ein Testverfahren über Nukleinsäuren zugelassen, das aber viele eindeutige Erkrankungen erst nach mehrfachen Tests erkannt hatte.

Im Gegenzug gelte aber auch: Wer jetzt einen positiven Test hat, aber keine Symptome zeigt, tauche nicht mehr in der Statistik auf, sagt SWR-Korrespondent Steffen Wurzel.

Einen Überblick über die aktuellen Zahlen gibt es hier.

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