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Viele Menschen haben von ihrer Airline die Nachricht bekommen: "Ihr Flug ist annulliert, wegen Corona." Wenn die Fluggesellschaften das Geld nicht zurückerstatten, können sich Kunden wehren. Und wer jetzt den nächsten Urlaub bucht, sollte einige Tipps beachten.

Rechtlich ist die Sache eindeutig: Kunden, deren Flug von der Airline abgesagt worden ist, müssen das Geld auf Wunsch innerhalb einer Woche zurückbekommen. Das können Fluggesellschaften und andere Reiseunternehmen in vielen Fällen technisch nicht leisten - es gibt zu viele Anträge. Manche Airlines versuchen hartnäckig, die Kunden mit Gutscheinen abzuspeisen. Wer das nicht will, kann sich an die "Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr", kurz SÖP wenden.

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SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe erklärt im SWR, dass Kunden sich an seine Mitarbeiter wenden können, wenn die Airline sich trotz Rückerstattungsantrag querstellt. Dann sei die Aufgabe, zwischen Kunden und Fluggesellschaften zu vermitteln. Der Andrang ist enorm.

Im Moment haben wir 7000 Fälle. Im ganzen Jahr 2018 hatten wir etwa 6000.

Heinz Klewe, Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr

Die Kunden, so Klewe, seien grundsätzlich verständnisvoll, das sei aber dann schnell zuende, wenn die Unternehmen keine Informationen liefern. Die Airlines wollen Gutscheine ausstellen, damit sie nicht in Liquiditätsprobleme kommen. Das sei für Kunden zwar nicht attraktiv, so Klewe. Allerdings könnten viele Unternehmen pleite gehen, wenn jetzt alle Kunden ihr Geld ausgezahlt bekommen wollten.

Planen für den nächsten Urlaub: Was muss ich beim Buchen beachten?

Die große Fernreise wird wohl in diesem Jahr nicht mehr möglich sein - aber viele überlegen gerade, zu Pfingsten, im Sommer oder im Herbst innerhalb Deutschlands zu verreisen. Dabei können Urlauber aus den Problemen lernen, die im Frühjahr deutlich geworden sind, sagt Oliver Buttler, Reiseexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

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Wichtig ist vor allem, bei jeder Buchung die Möglichkeit zum kostenlosen Stornieren zu vereinbaren. Das gilt, so Buttler, sowohl für Pauschalreise-Kunden als auch für Menschen, die sich ihren Urlaub selbst zusammenstellen. Wichtig ist auch, zu klären, welche Rechte der Kunde hat, falls während der Reise plötzlich Einschränkungen verhängt werden. Falls ein schon gebuchtes Hotel zum Beispiel seinen Wellnessbereich schließen muss, können Urlauber einen Teil des Preises zurückverlangen.

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