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Das Krisengerede von Bundes- und Landespolitikern ist übertrieben, und die beschlossenen Maßnahmen sind überzogen, meint Martin Rupps. Ein Kommentar

Kennen Sie den Witz? Ein Geisterfahrer ist auf der Autobahn unterwegs. Im Radio hört er, dass ihm auf seinem Streckenabschnitt ein Geisterfahrer entgegenkomme. Darauf er: "Einer? Viele!"

Stuttgart: Annulierte Flüge sind auf dem Flughafen in Stuttgart auf der Anzeigetafel zu sehen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa; Symbolbild)
Die baden-württembergische Landesregierung will den Betrieb an allen Flughäfen des Landes einstellen. picture alliance/Marijan Murat/dpa; Symbolbild

Auf welcher Basis entscheiden Politiker?

Als ein solcher Geisterfahrer fühle ich mich gerade, wenn im Kollegen- und Freundeskreis vom Virus die Rede ist. Mir erscheinen die jüngsten Äußerungen von Spitzenpolitikern, die uns eigentlich besonnen führen sollen, als übertrieben. Und die beschlossenen Maßnahmen – Schulschließungen, Kontrollen an den Außengrenzen – als nicht verhältnismäßig. Nicht einmal Virologen sind sich über die Gefährlichkeit des Coronavirus einig. Wie können sich da Politiker sicher sein?

Natürlich, wenn Kita-Kinder, Schüler und arbeitende Erwachsene zuhause bleiben, gibt es weniger Ansteckungen. Weniger Kranke. Und weniger Corona-Tote? Virologen wissen es nicht. Sie argumentieren mit Wahrscheinlichkeiten und historischen Erfahrungen.

Zerstörungswerk an der Wirtschaft?

Ich finde diese Wissensbasis schmal angesichts des gigantischen Zerstörungswerks, das Bundes- und Landespolitiker gerade – wenn auch unabsichtlich – begehen. Sie crashen nichts weniger als die Wirtschaft. Und versprechen allen Ernstes, dass kein Betrieb wegen der Corona-Pandemie pleitegehen muss. Hoffentlich heißt es am Ende nicht: Operation gelungen, Wirtschaft tot!

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