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Das Coronavirus macht mal wieder auf Spielverderber und Spaßbremse – das war’s dann wohl mit dem Osterurlaub. Oder geht da vielleicht doch noch etwas?, fragt sich Marion Theis in Ihrer Kolumne.

Autocorso in Stuttgart, in Mannheim, in Heilbronn, im Westerwald. Verschwörungstheoretiker, besser gesagt Lügengeschichten-Verbreiter vergiften jetzt auch noch das Klima. Also, ich meine: Nicht nur das Klima, sondern die Umwelt. Autofahren gegen Corona-Einschränkungen.

Die Kolumne von Marion Theis können Sie hier auch als Audio hören:

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Vielleicht ist das ihr Ersatz für den ausgefallenen Fastnachtsumzug. Oder für die Urlaubsreise, die wieder und wieder aufgeschoben werden muss, weil das Coronavirus nicht klein beigibt und sogar mutiert.

"Die Sehnsucht nach Urlaub ist groß", sagen Tourismusforscher. Der Deutsche, vor allem der Homeoffice-geplagte Arbeitnehmer lechzt danach, seinen Bürostuhl mit dem Liegestuhl zu vertauschen. Doch nein, „Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben“, verkündet der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Zu große Mobilität sei Gift, sagt er. Nicht nur für die Umwelt, sage ich.

Corona-Reisetipps vom ADAC

Was sind wir beide Spaßbremsen und Spielverderber! Wo es doch Reiseangebote gibt, die quasi virenfrei sind. „Urlaub trotz Corona – Wo das aktuell möglich ist“, so der Titel eines ADAC-Internet-Artikels. Und weiter: Reisen ins Ausland seien ja nicht ausdrücklich verboten.

Man könne beispielsweise nach Mauritius fliegen. Vier Corona-Tests im Land, außerdem 14-Tage Quarantäne in einem staatlich zugelassenen Hotel – schon kann der Erholungsurlaub beginnen. In Kuba müsse man sich bei der Einreise testen lassen. Bis man das Ergebnis kriegt, darf man seine Unterkunft nicht verlassen. Wie lange das dauern kann? Ungewiss. Ach ja: Wenn das Ergebnis positiv ist, wird man in einem kubanischen Krankenhaus zwangsisoliert.

Eine junge Frau geht mit Mund-Nasen-Schutz-Maske am Strand spazieren. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Clara Margais)
Urlaub in Corona-Zeiten: Sonne, Strand, Maske picture alliance/dpa | Clara Margais

Falls das nicht exakt Ihrer Vorstellung von einem relaxten Urlaub entsprechen sollte: Ein Frankfurter Tourismusunternehmen will demnächst Impfreisen anbieten. Man verhandle Konzepte mit Hotelpartnern, heißt es. Dabei habe man vor, Rest-Impfdosen zu verwenden, die nicht an die Hersteller zurückgegeben werden könnten, selbstverständlich unter Aufsicht eines fachkundigen Arztes.

Hinaus in die Welt mit Euch

Ich sage nur: Leute, tut, was Ihr nicht lassen könnt. Macht Euch auf nach Kuba, Israel oder von mir aus Südafrika. Gerne in großen Mengen. Dann sind hier weniger Menschen, die mich anstecken können. Und ich hab die Bank unter der Kastanie im Waldpark mal wieder für mich alleine.

Vielleicht bezahlt Ihr aber bitte vorher noch Euren bescheidenen, immer noch ausstehenden Anteil an den Rechnungen für die Flüge, mit denen der deutsche Staat Euch vergangenes Jahr aus der Karibik oder Neuseeland zurückgeholt hat. Damit es nicht komplett am Steuerzahler zuhause hängen bleibt. Danke!

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