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Für Geimpfte und Genesene sollen laut einem Plan des Bundesjustizministeriums Corona-Beschränkungen wegfallen. Martin Rupps plädiert dafür, dass diese Personengruppen wieder ein ganz normales Leben führen dürfen.

Das Bundesjustizministerium schlägt der Bund-Länder-Konferenz am Montag vor, dass Corona-Geimpfte Freiheiten zurückerhalten. Dies soll auch für Genesene gelten, die einen mindestens 28 Tage alten positiven PCR-Test vorlegen können. Laut dem Plan sollen Ausgangssperren für Geimpfte und Genesene nicht mehr gelten. Auch beim Reisen sollen Einschränkungen wegfallen. Menschen in Alten- und Pflegeheimen können wieder in größeren Gruppen zusammenkommen.

Geimpfte  und Genesene sollen "grünes Licht" für ein Leben ohne Corona-Beschränkungen bekommen, meint Martin Rupps (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Andreas Arnold/dpa | Andreas Arnold)
Geimpfte und Genesene sollen "grünes Licht" für ein Leben ohne Corona-Beschränkungen bekommen, meint Martin Rupps picture alliance / Andreas Arnold/dpa | Andreas Arnold

Ich finde es selbstverständlich, dass Grundrechtseingriffe zurückgenommen werden, sobald die Gründe entfallen sind. Offenbar soll Selbstverständliches als politische Leistung verkauft werden, weil zu mehr der Mut nicht reicht. Denn das Justizministerium betont, für Geimpfte und Genesene ergebe sich "kein Anspruch auf bestimmte Öffnungen, z. B. von Schwimmbädern oder Museen". Es gehe "nicht um die Einräumung von Sonderrechten oder Privilegien".

Wie bitte? Das Schwimmbad in meiner Stadt wurde dicht gemacht, weil ich an Corona erkranken könnte oder tatsächlich – vor einiger Zeit – vom Virus infiziert worden bin. Aber jetzt, geschützt und gesund, bleibt mir der Besuch von Bädern, Konzerten, Museen weiter verwehrt? Hier werden Handlungen des täglichen Lebens zu Privilegien erklärt, die keine sind. Das Motiv ist kein medizinisches, sondern ein ideologisches: der typisch deutsche Hang zur Gleichmacherei. Bloß alle gleichbehandeln! Bloß keinen Neid erzeugen!

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