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Am 27. Dezember 2020 ist es auch in Deutschland soweit: Die Impfungen gegen das Covid-19-Virus starten. Bereits am 21. Dezember gab die europäische Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht für den Einsatz des Impfstoffs des Mainzer Unternehmens BioNTech. Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

Probelauf mit simulierter Impfung (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)
Ein Medizinstudent, sitzt während einem Probelauf in einem Impfzentrum und lässt sich von einem weiteren Studenten simuliert impfen. picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

Auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird ab Sonntag geimpft. Das Impfzentrum des Klinikums Stuttgart in der Liederhalle hat Kapazitäten von etwa 2.500 Impfungen pro Tag. In den ersten Tagen können aufgrund von begrenzten Lieferkapazität jedoch nur rund 1.000 Menschen pro Tag geimpft werden.

Wer kann sich wann impfen lassen?

Die Bundesregierung hat eine Reihenfolge für die Impfungen festgelegt. Eine Priorisierung ist notwendig, da zurzeit noch nicht genügend Impfstoff zur Verfügng steht. Daher wurden drei Kategorien gebildet. Die höchste Priorität haben über 80-jährige Heimbewohner*innen sowie das Pflegepersonal. Hinzu kommt das Personal aus medizinischen Einrichtungen. Erst zur dritten Kategorie zählen u. a. Erzieher*innen, Lehrer*innen oder Polizist*innen. Sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz können Sie sich bei einer zentralen Terminvergabestelle für die Impfung anmelden. Dies soll telefonisch und online möglich sein.

Was sollte ich über die Corona-Impfung wissen?

Laut einer Studie der Universität Heidelberg ist die Impfbereitschaft der Deutschen im Dezember auf 46 Prozent gesunken. Im Sommer waren noch rund 55 Prozent bereit sich impfen zu lassen. Einige Fragen zur Impfung sind zwar noch offen, zum Beispiel, ob man nach einer Impfung das Virus weiterhin übertragen kann. Unklar ist ebenfalls, wie lange die Wirkung des Impfstoffs anhält und welche möglichen Langzeitfolgen entstehen könnten. Allerdings trägt eine Impfung laut RKI zum individuellen Schutz sowie zur Eindämmung der Pandemie bei.

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Fragen zur Wirksamkeit des Impfstoffs lassen sich einfacher beantworten. Dieser liegt bei dem BioNTech-Impfstoff bei rund 95 Prozent. Dass der mRNA-Impfstoff in unser Erbgut eindringt und dieses verändert, ist übrigens ein Mythos und nach heutigem Wissenstand nicht möglich.

Hier finden Sie weitere Fragen und Antworten zum Impfstoff und zur Impfung:

Ist die Wirksamkeit des Impfstoffes bei einer Virus-Mutation gewährleistet?

Am Wochenende vor Weihnachten gab es Meldungen über Mutationen des Virus in Großbritannien und Südafrika. Diese soll deutlich ansteckender sein als die bisherige Form. Für eine genaue Aussage, ob die Wirksamkeit des Impfstoffes dadurch beeinträchtigt wird, ist es noch zu früh. BioNTech-Chef Professor Sahin äußerte sich aber vorsichtig zuverlässig.

Ist eine bedingte Zulassung überhaupt sicher?

Zugegeben, „bedingte Zulassung“ klingt erstmal wenig vertrauenswürdig. Allerdings muss auch bei dieser Form der Zulassung die Sicherheit und die Wahrscheinlichkeit der Wirksamkeit nachgewiesen werden. Nur Langzeitdaten über die Wirksamkeit müssen nicht vorgelegt werden, was in diesem Fall auch überhaupt nicht möglich ist. Anders als bei einer „Notzulassung“ wie in den USA oder Großbritannien werden die Hersteller hierbei nicht aus der Haftung entlassen. Die Überprüfung von Impfstoffen in Europa ist generell sehr streng und die bedingte Zulassung gilt zunächst nur für ein Jahr. Die Sicherheit des Impfstoffes hat dabei oberste Priorität. Auch nach der Zulassung werden die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen ständig kontrolliert.

Dass die Entwicklung so schnell ging, liegt vor allem daran, dass sehr viel parallel geforscht wird. Bevor die Testung komplett abgeschlossen war, wurde der Impfstoff bereits produziert. Die Erforschung wird zudem finanziell sehr gut gefördert und der Impfstoff kann an sehr vielen Menschen getestet werden.

Kann ich meine Kinder impfen lassen?

Da Kinder in der Regel nicht zur Risikogruppe zählen, sollen diese zunächst nicht geimpft werden. Außerdem gelten sehr strenge Regeln für Impfstofftests bei Kindern. Zuerst wird daher an Erwachsenen getestet und der Impfstoff auch für diese zugelassen. Erste Studien zu einem Impfstoff für Kinder sind allerdings in Planung.

Wo kann ich mich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz impfen lassen?

In Baden-Württemberg wird es insgesamt zehn zentrale Impfzentren geben u. a. in Freiburg, Karlsruhe, Heidelberg, Rot am See, Ulm und Stuttgart. Weitere 50 Kreisimpfzentren befinden sich noch in der Planung. Diese sollen nach Angaben des baden-württembergischen Landesgesundheitsministers Manfred Lucha (Grüne) ab Mitte Januar zur Verfügung stehen.

Standorte der Corona-Impfzentren in Baden-Württemberg

Alle 31 Corona-Impfzentren und mobile Impfteams in Rheinland-Pfalz sind startklar. Das hat Staatssekretär und Landesimpfkoordinator Alexander Wilhelm mitgeteilt. Die Standorte der Impfzentren sind u. a. Mainz, Koblenz, Wörth, Trier und Simmern.

Standorte der Corona-Impfzentren in Rheinland-Pfalz

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