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Die Bundesregierung hat neue Details zum Corona-Hilfspaket bekannt gegeben. Betriebe können bald die Überbrückungshilfen beantragen.

Das neue Hilfspaket der Bundesregierung umfasst rund zehn Milliarden Euro. Wer weniger als 50 Mitarbeiter hat, soll demnach bis zu 75 Prozent seines Umsatzes aus dem November 2019 bekommen. Wenn damals kein Umsatz generiert wurde, dann wird ein anderer Monat genommen oder es wird ein Durchschnitt aus mehreren Monaten ermittelt. Davon sollen dann die laufenden Kosten wie Löhne, Miete, Wasser und Strom bezahlt werden. Kinos zum Beispiel haben oft eine sehr hohe Stromrechnung.

Schwieriger ist es für größere Unternehmen, die mehr als 50 Beschäftigte haben. Die dürften nicht so einfach Geld vom Staat bekommen, denn bei ihnen greift das EU-Beihilferecht, das die Sache kompliziert macht. Denn dadurch muss jeder Fall einzeln geprüft werden. Wer mehr als 250 Mitarbeiter hat, könnte sogar ganz leer ausgehen. Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen werden angerechnet. Die Überbrückungshilfen können erneut über das Internet beantragt werden. Auf der entsprechenden Homepage sollen die Formulare zeitnah freigeschaltet werden. Betriebe müssen die Gelder dann über einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt beantragen.

Dehoga: Geld muss schnell ausbezahlt werden

Der Hotel- und Gaststättenverband in Baden-Württemberg sieht das Hilfspaket noch skeptisch. Entscheidend sei, dass das Geld schnell und einfach ausbezahlt werde, so ein Sprecher. Der Verband will vorerst doch nicht gegen die neuen Corona- Beschränkungen klagen. Fritz Engelhardt, der Vorsitzende des Dehoga Baden-Württemberg, sagte dem SWR, dass man die getroffenen Beschlüsse zunächst sorgfältig prüfen werde. Dazu hofft der Verband auf eine Perspektive für die betroffenen Betriebe.

"Man muss auch sehen: Wie geht es nachher weiter? Läuft denn überhaupt nach diesem erneuten Lockdown das Geschäft im Dezember wieder an? Wir haben jetzt schon Rückmeldungen, dass beispielsweise in der Gastronomie das Weihnachtsgeschäft fast zu 100 Prozent ausfallen wird und das muss alles kompensiert sein."

Fritz Engelhardt, Vorsitzender des Dehoga Baden-Württemberg

Auch Brauereien und Winzer brauchen Hilfe

Die Unternehmerverbände in Rheinland-Pfalz machen sich Sorgen um Firmen, die von der Gastronomie abhängig sind. Das sind zum Beispiel Brauereien oder Winzer. "Die Keller sind voll", sagte ein Sprecher. Auch diese Betriebe sollen von dem neuen Corona-Hilfspaket profitieren. Hoffnungen auf Unterstützungen können sich auch Lieferfirmen, die Lebensmittel bringen, oder Putzfirmen machen.

Die Gastronomiebranche warnt: Wenn das Geld nicht schnell fließt, gehen Kneipen und Bars pleite. Die bestehenden Hilfsprogramme würden darunter leiden, dass sie zu kompliziert seien und deshalb nicht abgerufen werden, so der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband. Wie ernst die Situation ist, zeigt auch eine Analyse der Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel: Demnach drohen etliche Pleiten in der rheinland-pfälzischen Gastronomie. Ende Oktober seien 12,5 Prozent der Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés im Land insolvenzgefährdet, so die Wirtschaftsauskunftei. Bundesweit würden an die 8.300 Betrieben die Pleite drohen.

Flasche leer - Brauereien klagen in der Corona-Krise unter massiven Umsatzeinbußen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Flasche leer - Brauereien klagen in der Corona-Krise unter massiven Umsatzeinbußen. Picture Alliance

Corona-Pandemie: Teil-Lockdown im November

Mit neuen Maßnahmen will die Bundesregierung in der Corona-Pandemie weitere Infektionen verhindern. Deshalb müssen ab 2. November alle Gaststätten bis Ende November schließen, Hotels dürfen nur noch Geschäftsreisende beherbergen. Nicht nur Verbände aus der Wirtschaft kritisieren die neuen Maßnahmen, auch aus dem Kultur- und Sportbereich gibt es Kritik.

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