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Wenn wegen des Verdachts auf eine Infektion mit dem Coronavirus Schulen oder Kindergärten schließen, haben berufstätige Eltern ein Betreuungsproblem. Wir klären, was Eltern zusteht.

SWR-Wirtschaftsredakteur Alexander Winkler hat die drängendsten Fragen rund um Bezahlung und Verhalten geklärt.

Können berufstätige Eltern wegen geschlossener Schulen und Kindertagesstätten daheimbleiben und werden dann weiterbezahlt?

Ja, in der Regel sollte das kein Problem sein. Rechtlich ist das im Bürgerlichen Gesetzbuch so geregelt, dass Beschäftigten kein Nachteil entstehen darf, wenn sie ohne eigenes Verschulden nicht zur Arbeit kommen können. Das ist bei einer Kindergartenschließung wegen Corona wohl der Fall. Wenn solche Szenarien nicht explizit im Tarif- oder Arbeitsvertrag ausgeschlossen sind, muss das Unternehmen den Lohn weiterhin zahlen.

Das geht aber nicht unendlich lange. Maximal fünf Tage, schätzungsweise, sind okay. Sollte eine Schule oder ein Kindergarten länger zu haben, müssen Eltern sich die Betreuung ihrer Kinder also aufteilen. Diese Möglichkeit gibt es auch nur, wenn das Kind nicht anderweitig betreut werden kann – zum Beispiel durch die Großeltern.

Dauer

Was ist, wenn sich Kinder tatsächlich mit dem Coronavirus angesteckt haben?

In diesem Fall gilt grundsätzlich dasselbe: Der oder die Beschäftigte kann freigestellt werden. Das sollte man sich dann durch ein Attest vom Arzt bescheinigen lassen. Für alle, die mit ihrem Kind in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, muss der Arbeitgeber aber den Lohn fortzahlen. Denn hier bekommen Eltern für ein Kind unter zwölf Jahre bis zu fünf Tage lang Geld von der Krankenkasse. Privatversicherte kriegen das nicht. Da ist dann wieder der Arbeitgeber in der Pflicht.

Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass Eltern eines an Corona erkrankten Kindes sowieso vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt würden. Auch dann muss der Arbeitgeber den Lohn fortzahlen. In dem Fall kann er das Geld aber vom Gesundheitsamt zurückfordern.

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