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Fast immer schönes Wetter, angenehme Temperaturen, Strand und Meer: Das ist Florida. Auch etliche Deutsche haben gerade deshalb dort ihr Domizil. Doch angesichts immer weiter steigender Corona-Infektionszahlen sind viele besorgt.

Ingrid Horn lebt seit mehr als 20 Jahren in Fort Myers, an der Westküste Floridas. Sie organisiert für die anderen Deutschen und auch für die Einheimischen - sofern die das wollen - unter anderem jedes Jahr ein "Oktoberfest" - ein Stückchen Heimat eben.

Doch eigentlich ist Ingrid Horn Immobilienmaklerin und versucht, unter anderem Deutschen, die vielleicht auch im "Sunshine-State" Amerikas leben wollen, eine Bleibe zu vermitteln. In Corona-Zeiten ist das nicht leicht. Denn vor allem aus Florida und den Bundesstaaten Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien waren jüngst der Johns-Hopkins-Universität zufolge knapp 50.000 Neuinfektionen gemeldet worden.

Disziplin im Umgang mit Masken

Angst macht Ingrid Horn das alles aber weiterhin noch nicht. Sie sehe das allerdings "mit einer gewissen Sorge". Vor allem, weil Verwandte und Freunde derzeit nicht in die USA kommen können. Zwar könne sie nach Deutschland reisen, aber das sei sicher derzeit kein großer Spaß.

Die Maklerin erlebt, dass viele US-Bürger und auch die Deutschen in Florida sehr diszipliniert im Umgang mit Mund-Nasen-Schutzmasken seien. "Egal ob Sie hier in einen Lebensmittel- oder Klamottenladen gehen - die Leute tragen Masken. Es gibt immer Ausnahmen, das ist klar." Grundsätzlich seien die Menschen jedoch vernünftig und hielten auch die Abstände ein. Umso erstaunlicher sei das, weil es keine Maskenpflicht in der Stadt Fort Myers gebe. Das sei lediglich an einem Strand der Fall - dort müssten die Menschen Masken tragen. Und das werde auch streng kontrolliert. "Es sind sehr viele Sheriffs unterwegs", sagt Ingrid Horn.

Lage in den USA weiterhin sehr ernst

Auch der oberste Immunologe der USA macht sich Sorgen: Anthony Fauci ist der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und ein Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Vergangene Woche hatte er bei einer Anhörung im Kongress gewarnt, ohne entschlossenes Gegensteuern könne die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in den USA bald auf bis zu 100.000 steigen.


US-Präsident Donald Trump hat unterdessen die Bedrohung durch die Pandemie erneut heruntergespielt. Die Sterblichkeitsrate sei dramatisch gefallen, schrieb der Republikaner auf Twitter. Außerdem hatte er zum Entsetzen von Medizinern behauptet, 99 Prozent der Infektionen verliefen "völlig harmlos". In den USA sind bisher rund 130.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

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