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Nach langen Verzögerungen kann man die Corona-Warn-App jetzt in den App-Stores von Google und Apple herunterladen. Am Vormittag wurde sie offiziell vorgestellt.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes ist in der Nacht zum Download bereitgestellt worden. Im App-Store von Google kann sie seit kurz nach 2 Uhr heruntergeladen werden (Download hier). Auch bei Apple wurde sie kurze Zeit später angeboten (Download hier).

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Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte bei der Vorstellung der App, sie erfülle höchste Ansprüche, was den Datenschutz angeht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, die App sei kein Allheilmittel, aber ein wichtiges Werkzeug zur weiteren Eindämmung der Pandemie. Sie ersetze aber nicht vernünftiges Verhalten: Es bleibe weiter wichtig, Abstand zu halten und Masken zu tragen.

Kanzleramtsminister Helge Braun lobte die deutsche App als "nicht die erste, aber die beste Warn-App der Welt".

Technische Schwachstelle, an der noch gearbeitet wird

Kolja Schwartz aus der SWR-Rechtsredaktion weist in seiner Einschätzung auf eine Schwachstelle der App hin: Wie nämlich die Daten zu Ärzten und Gesundheitsämtern gelangen:

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Begegnungen von Anwendern anonym gespeichert

Die App soll die Kontaktverfolgung von Infizierten ermöglichen und dadurch die Infektionsketten verkürzen. Damit sollen weitere Lockerungen möglich werden, ohne dass die Ausbreitung schnell wieder zunimmt. Die Nutzung der App ist freiwillig.

Über Bluetooth misst die App, ob sich Anwender über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Der Ort der Begegnung wird dabei nicht gespeichert. Die Daten bleiben für zwei Wochen anonym gespeichert. Bluetooth läuft dabei in einer speziellen Version, die den Akku nicht zu sehr belastet.

Nutzer, die mit dem Coronavirus infiziert sind, können diese Information über die App teilen und damit andere Anwender warnen. Auch dabei sollen keine persönlichen Daten verwendet werden.

Viel Kritik von der FDP

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Der digitalpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Manuel Höferlin, kritisierte das Vorgehen der Bundesregierung bei der Corona-Warn-App. Bundesgesundheitsminister Spahn habe "immer wieder von unterschiedlichen Apps gesprochen. Das zerstört natürlich Vertrauen", sagte Höferlin im SWR. Zudem habe es sehr lange gedauert, bis die App auf den Markt gekommen sei. "Andere Länder waren da deutlich schneller." Die Bundesregierung habe es zudem versäumt, eine europäische Lösung für eine Corona-App zu finden.

"Wir wissen, dass sie nicht perfekt ist"

Die Entwickler gehen davon aus, dass die App alltagstauglich ist. "Inzwischen sind wir überzeugt, dass wir eine gute Lösung haben, mit der man starten kann - auch wenn wir wissen, dass sie nicht perfekt ist", meint SAP-Manager Stefan Müller. Er geht davon aus, dass man beim "realen Einsatz" noch mehr lernen werde. Das Fraunhofer Institut IIS in Erlangen hat für die Entwicklung Alltagssituationen wie Schlangestehen, Restaurantaufenthalte oder Fahrten in Bussen und Bahnen durchgespielt.

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