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Alle wichtigen Entwicklungen zum Coronavirus in der Zeit vom 26. bis 31. Oktober können Sie hier nachlesen. Die aktuellen Informationen finden Sie im Live-Blog.

29.10.2020, 23:15 Uhr - EU-Gipfel: Merkel warnt vor Grenzschließungen

In einer Videokonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor erneuten Grenzschließungen gewarnt. Nach Angaben ihres Sprechers sagte Merkel, die Pandemie müsse gemeinsam bekämpft werden. Gerade für Deutschland als Land in der Mitte Europas seien offene Grenzen für einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf wichtig. Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) wurde zudem über weitere Themen gesprochen - unter anderem ging es um Teststrategien und einen besseren Daten- und Erfahrungsaustausch auf EU-Ebene.

29.10.2020, 20:36 Uhr - Schaltkonferenz der EU Staats- und Regierungschefs

Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle sucht Europa nach einem gemeinsamen Weg. Die Staats- und Regierungschefs beraten in einer Schaltkonferenz über länderübergreifende Test- und Impfstrategien und Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. EU-Ratspräsident Charles Michel sagte, es gebe nur einen Weg zum Erfolg: durch Solidarität, Kooperation und Multilateralismus. Das habe bisher nicht gut geklappt. Überall steigen die Infektionszahlen rasant.

29.10.2020, 18:07 Uhr - Katalonien wird abgeriegelt

Die spanische Regierung riegelt Katalonien ab Freitag 15 Tage lang ab. Die Region mit ihrer Hauptstadt Barcelona hat in Spanien die zweithöchste Zahl von Infektionen und Todesfällen und gilt als einer der größten Hotspots in Europa. Ab Freitag gilt ein Ein- und Ausreiseverbot, die Katalanen dürfen auch ihre Städte und Gemeinden nicht verlassen. Bars, Restaurants, Kinos und Theater werden geschlossen. Ein Sprecher der katalanischen Regierung sagte, das Gesundheitssystem der Region stoße an seine Grenzen, es könne nicht viel mehr verkraften.

29.10.2020, 16:37 Uhr - Morddrohungen gegen Lauterbach

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach wird nach seiner angeblichen Forderung nach Wohnungskontrollen in der Corona-Pandemie massiv bedroht. Lauterbach veröffentlichte auf seiner Facebookseite einen Screenshot mit Schmähungen und Morddrohungen gegen ihn. Lauterbach hatte in der "Rheinischen Post" gefordert, dass verbotene private Feiern auch kontrolliert werden müssten, wie bisher schon Lärmstörung in der Nacht. Seine Forderung bezog sich auf Nordrhein-Westfalen, das bisher private Feiern weniger streng reglementiert hatte als andere Bundesländer. Mehrere Medien machten daraus eine generelle Forderung nach Wohnungskontrollen.

29.10.2020, 16:23 Uhr - Bayern beschließt noch strengere Beschränkungen

Im Kampf gegen das Coronavirus werden in Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart - nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen. Zudem werden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen. Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen, hat das bayerische Kabinett heute beschlossen.

29.10.2020, 16:02 Uhr - Intensivmediziner warnen vor Engpässen

Intensivmediziner haben die neuen bundesweiten Corona-Beschränkungen begrüßt. Gleichzeitig warnen sie angesichts steigender Zahlen von Corona-Intensiv-Patienten vor Engpässen in Krankenhäusern. Ein Problem sei, dass sich immer mehr Klinikmitarbeiter ansteckten und damit ausfielen, sagte der Präsident der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Uwe Janssens. Er kritisierte, dass es von der Politik keine Maßnahmen gebe, um die Krankenhäuser schrittweise wieder auf einen Corona-Notfall-Betrieb umzustellen. Dazu gehöre auch, verschiebbare Eingriffe auszusetzen. Aus Angst vor Einnahmeverlusten werde in den meisten Kliniken das Routineprogramm fortgeführt. Der Staat müsse hier finanziell unterstützen.

Deutschland

Bald am Anschlag? Schwere Corona-Fälle: SWR3-Grafik zeigt, wo es auf Intensivstationen eng wird

Wegen der Corona-Pandemie müssen immer mehr Menschen auf Intensivstationen behandelt werden. Noch gibt es dort freie Betten, doch Mediziner schlagen Alarm.  mehr...

29.10.2020, 15:06 Uhr - Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen

Wegen der coronabedingten Einschränkungen im November will die Bundesregierung die Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen bis ins kommende Jahr hinein verlängern. Das hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) bei der Vorstellung der Hilfen gemeinsam mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angekündigt. Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern und Solo-Selbständige, die ab Montag für vier Wochen schließen müssen, sollen vom Bund Geld bekommen - und zwar bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes im November 2019.

29.10.2020, 11:38 Uhr - Arbeitsagentur: 100.000 Arbeitsplätze könnten bedroht sein

Nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit könnten durch den neuen Teil-Lockdown kurzfristig mehr als 100.000 Arbeitsplätze bedroht sein. Auch die Zahl der Kurzarbeiter werde erneut deutlich steigen, heißt es in einer aktuellen Lageeinschätzung. Ein massiver Wirtschaftseinbruch wie im Frühjahr wird aber nicht erwartet.

Zur Begründung hieß es, es gebe inzwischen Erfahrungen mit der Situation und eine klare zeitliche Begrenzung. Nach Ende des Teil-Lockdowns rechne man deshalb zumindest in Teilen mit einer relativ zügigen Erholung.

29.10.2020, 11:10 Uhr - Studie: Großveranstaltungen auch während Pandemie möglich

Laut einer Studie der Uni Halle sind Großveranstaltungen auch während einer Pandemie möglich. Mit einem entsprechenden Hygienekonzept seien die Besucher sogar sicherer als im Alltag. Zu einem entsprechenden Konzept gehöre, dass die Veranstaltungsräume nicht voll ausgenutzt werden. Zudem sollten Besucher sitzen statt stehen und immer einen Platz freilassen. Besonders wichtig ist laut den Forschern außerdem eine gute Lüftung.

Für ihre Untersuchung hatten die Forscher im August ein weltweit einmaliges Experiment gestartet: Zusammen mit dem Sänger Tim Bendzko und 1.600 Probanden war ein Konzert simuliert worden, um so Strategien für kommende Großveranstaltungen zu entwickeln.

29.10.2020, 9:20 Uhr - Merkel begründet die neuen Maßnahmen

In einer Regierungserklärung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag den gestern beschlossenen teilweisen Lockdown im November verteidigt. "Wir befinden uns zu Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage," sagte sie. Um die rasant steigende Zahl der Neuinfektionen zu begrenzen, gebe es kein anderes Mittel. Sie betonte, die Beschränkungen seien "geeignet, notwendig und angemessen".

Die Zahl der Menschen, die wegen einer Corona-Ansteckung auf Intensivstationen behandelt werden müssten, habe sich in den vergangenen zehn Tagen auf knapp 1.570 verdoppelt. Viele Gesundheitsämter seien bei der Nachverfolgung von Kontakten inzwischen an ihrer Belastungsgrenze gekommen.

"Wenn wir warten, bis die Intensivstationen voll sind, ist es zu spät."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Nur durch konsequente Kontaktbeschränkungen könne man das Infektionsgeschehen auf ein beherrschbares Niveau bringen. Merkel äußerte Verständnis für den Frust bei den betroffenen Betrieben. Doch die dort erarbeiteten Hygienekonzepte seien nicht sinnlos - sie würden später noch gebraucht.

Massive Kritik aus der Opposition Merkel verteidigt Corona-Auflagen: "Befinden uns in einer dramatischen Lage"

In einer 25-minütigen Regierungserklärung hat Kanzlerin Merkel im Bundestag die neuen Corona-Beschränkungen verteidigt: Man dürfe nicht warten bis die Intensivstationen voll seien. Denn dann sei es zu spät. Die Opposition wirft der Regierung vor, das Parlament zu übergehen.  mehr...

29.10.2020, 9:02 Uhr - Beschränkungen auch in anderen europäischen Ländern

Auch andere EU-Staaten fahren das öffentliche Leben herunter. In Frankreich sagte Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache, die steigenden Infektionszahlen machten ein Bremsmanöver unausweichlich. Ab heute gelten wieder Ausgangsbeschränkungen für die Franzosen. Bars und Restaurants müssen schließen, Beschäftigte sollen möglichst von zuhause ausarbeiten. In Portugal ist eine Maskenpflicht im Freien in Kraft getreten. In Tschechien gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

29.10.2020, 7:07 Uhr - Kubicki ruft zu rechtlichen Schritten auf

Der erneute teilweise Lockdown trifft besonders die Hotel- und Gastronomiebranche hart und stößt dort auch auf wenig Verständnis. "Viele Unternehmer der Hotellerie und Gastronomie schwanken zwischen Wut und Verzweiflung", so der Hauptgeschäftsführer des Verbands "Die Familienunternehmer", Alexander von Hagen.

Auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) kritisiert die beschlossenen Anti-Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern. Die betroffenen Unternehmen hat er zum Einspruch aufgefordert: "Ich rufe alle Betroffenen auf, rechtliche Mittel gegen diese Maßnahmen einzulegen", sagte er der "Rheinischen Post". Er halte die aktuellen Beschlüsse in Teilen für rechtswidrig.

Die Runde der Regierungschefs habe bewusst die Gewaltenteilung ignoriert. Das zeige sich daran, dass sie gestern unter anderem ein Beherbergungsverbot beschlossen hätten, das zuvor schon mehrfach von Gerichten aufgehoben worden sei.

29.10.2020, 7:02 Uhr - Seehofer: Bundespolizisten sollen Einhaltung überwachen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die Einhaltung der Anti-Corona-Maßnahmen mit dem Einsatz Tausender Bundespolizisten überwachen: Die Beamten sollten in Absprache mit den Ländern in Großstädten, Hotspots und der Einreise an Flughäfen Bahnhöfen und Straßen eingesetzt werden. Das hat sein Ministerium getwittert.

Dabei geht es auch um die Schleierfahndung, mit der die Einhaltung der Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten überprüft werden soll. Die Schleierfahndung werde an allen deutschen Grenzen in einem Radius von 30 Kilometern intensiviert, sagte Seehofer der "Bild"-Zeitung.

29.10.2020, 6:59 Uhr - RKI meldet erstmals mehr als 16.000 Neuinfektionen am Tag

Die Zahl der Neuinfektionen steigt weiter rasant. Erstmals hat das Robert-Koch-Institut mehr als 16.000 nachgewiesene Ansteckungen gemeldet. Am Mittwoch waren es noch knapp 15.000. Auch die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit der Virusinfektion gestorben sind, stieg um 89 auf insgesamt 10.272.

29.10.2020, 4:41 Uhr - Merkel gibt Regierungserklärung ab

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt heute im Bundestag eine Regierungserklärung ab. Darin will sie die gestern von Bund und Ländern einstimmig beschlossenen Anti-Corona-Maßnahmen erläutern. Um das Thema Corona soll es heute auch bei einer Videokonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs gehen. Ziel ist eine gemeinsame Linie gegen die zweite Corona-Welle. Auf der Tagesordnung stehen vor allem Test- und Impfstrategien. Auch um Wege zur Verfolgung von Kontaktpersonen soll es gehen.

29.10.2020, 3:25 Uhr - Geteilte Meinungen zu Corona-Beschränkungen

Die neuen Corona-Auflagen in Deutschland haben ein geteiltes Echo ausgelöst. Der Städte- und Gemeindebund begrüßte die Verschärfung. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte den Funke-Medien, die Beschlüsse zeigten Augenmaß. Die angekündigten Finanzhilfen müssten nun schnell umgesetzt werden. Kritik kam dagegen von Wirtschaftsverbänden. Der Gaststätten- und Hotelverband (Dehoga) fordert ebenfalls eine schnelle und unbürokratische Auszahlung der zugesagten Milliardenhilfen. Das Verbot aller touristischen Übernachtungen sei faktisch ein Berufsverbot für die ganze Branche. Daher würden viele Unternehmen erwägen, dagegen zu klagen.

29.10.2020, 1:48 Uhr - Post erwartet Jahresrekord von 1,8 Milliarden Paketen

Die Deutsche Post DHL rechnet in diesem Jahr aufgrund des Online-Bestellbooms infolge der Corona-Pandemie mit einem neuen Pakete-Rekord. "Fürs Gesamtjahr erwarten wir ein Plus von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,8 Milliarden Pakete", sagte Tobias Meyer, Vorstand der Deutschen Post für den Bereich Post und Pakete, den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Um den Andrang in der Weihnachtszeit zu bewältigen, sollen bis zum Jahresende 10.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

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