Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

"Cleverländ"-Kampagne fürs Energiesparen

Meinung: Energiesparen für Reiche

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Martin Rupps
Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Verbände und Unternehmen werben fürs Energiesparen. Wer ihre Tipps beherzigt, muss viel Geld locker machen, meint Martin Rupps.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist Kopf einer "Cleverländ"-Kampagne, mit der Landesregierung, Verbände und Unternehmen Tipps geben zum Energiesparen. In den kommenden Wochen rollt ein "Cleverländ"-Bus durchs Land, um die Botschaft zu verkünden. Blöd nur, dass die Spartipps des Landesvaters ziemlich teuer kommen.

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Es gibt nützliche Informationen unter den Tipps, etwa dass ein Schlafzimmer 17 und eine Toilette 16 Grad Raumtemperatur braucht. Und wie viel Grad die Striche oder Ziffern auf einem Thermostat bedeuten. Dazwischen geschmuggelt leider der Satz: "Ihre persönlichen Heizzeiten können Sie bequem über elektronische Thermostatventile programmieren." Habe ich nicht.

Kauft Spar-Duschköpfe, Kühlschränke, E-Autos!

Fürs Kühlen empfiehlt die Kampagne energieeffiziente Geräte "möglichst mit der besten Effizienzklasse". Weiß Winfried Kretschmann, was ein solcher Kühl- bzw. Gefrierschrank kostet? Der Geschirrspüler soll möglichst "ans Warmwasser" angeschlossen werden, "vor allem, wenn Sie dieses mit Solarenergie erzeugen". Mache ich auch nicht. So geht es munter weiter. Kaufen Sie einen Energiespar-Duschkopf! Neue Fenster! Ein Elektroauto, denn "der Elektromotor ist im Alltag etwa vier Mal so effizient wie ein Verbrennungsmotor".

Zu den Sponsoren der Kampagne gehören der baden-württembergische Handwerkstag (zuständig für Heizungsbauer), ein Unternehmen für Badarmaturen und ein Autobauer. Was für ein Zufall.

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