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Das US-amerikanische Unternehmen ClearView hat Milliarden Bilder aus dem Netz gesammelt, um seine Gesichtserkennungssoftware zu füttern. Mindestens bedenklich, findet der Blogger Markus Beckedahl.

Sammelwut von ClearView

ClearView biete Technologien zur Gesichtserkennung an, erklärt Beckedahl im SWR. Google oder Facebook hätten zwar wahrscheinlich noch größere Bilddatenbanken, sind aber beim Verkauf von Datensätzen noch zurückhaltend. "Die bieten im Moment nicht die selben Dienstleistungen wie ClearView an."

Wie kann ich mich vor Datensammlern schützen?

ClearView böte "Munition für automatisierte Gesichtserkennung und Überwachungssysteme", sagte Beckedahl. Wenn es ein Unternehmen aus der Europäischen Union wäre, dann hätten wir ein Anrecht darauf, dass die Daten gelöscht werden. ClearView sei aber ein US-Unternehmen und deswegen ist es kaum möglich, seine Daten vor den Sammlern zu schützen. Jedes Selfie, das wir im Netz veröffentlichen, könne genutzt werden, Überwachungssysteme darauf zu trainieren, das eigene Gesicht zu erkennen.

"Das ist ein Dilemma: Einerseits wollen sich viele in sozialen Medien präsentieren. Andererseits füttern wir mit jedem Bild eine Überwachungsmaschinerie."

Markus Beckedahl, netzpolitik.org

"Wir verlieren unsere Freiheit"

Natürlich hofften viele Menschen darauf, dass die Gesichtserkennung bald funktioniere und wir beispielsweise keine Schlüssel mehr bräuchten, um Türen zu öffnen. Beckedahl fürchte sich aber davor, dass wir irgendwann im öffentlichen Raum viele Überwachungskameras mit automatisierter Gesichtserkennung haben werden. "Wenn wir in so einer Welt leben, dann geben wir ein Stück unserer Freiheit auf, weil wir uns nicht mehr frei bewegen können."

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