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Nadeln in Brot aus Offenburger Supermarkt Stecknadel Nummer Sechs

In einem Produkt eines Offenburger Supermarkts ist erneut eine Stecknadel gefunden worden. Es ist bereits die sechste. Die Polizei hat bislang keine Anhaltspunkte für Erpressung.

Über den sechsten Fall informierte die Polizei in Offenburg (Ortenaukreis) am Mittwochvormittag. Eine Kundin habe den spitzen Gegenstand in einem vor Weihnachten gekauften Produkt entdeckt. Weitere Details nannte die Polizei zunächst nicht.

xxEs ist ein ungewöhnlicher Fall für die Polizei: Stecknadeln in Brötchen und Bagels, in Toastbrot und einem Salami-Snack. Sie ermittelt seit dem 16.12. wegen gefährlicher Körperverletzung, da wurde die erste Stecknadel in Lebensmitteln des Offenburger Kauflandmarkts gefunden. Für die Polizei ein Rätsel: Wie kommen die Stecknadeln in die verpackten Lebensmittel, wer macht so etwas und vor allem, warum? Ein Erpresserschreiben gibt es bislang nicht.

Polizei ermittelt mit Hochdruck

"Natürlich hat das jetzt eine Dynamik bekommen," sagt Karen Stürzel, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Offenburg. Die Ermittler verfolgten verschiedene Spuren. Inhalt und Verpackung der Lebensmittel würden kriminaltechnisch untersucht. Es sei aber schwierig, Details zu verraten, ohne die Ermittlungsergebnisse zu gefährden. Ein Tatverdächtiger wurde bisher nicht gefasst.

Stecknadeln und Toastbrotscheiben.

Stecknadeln in Toastbrot oder Salami-Sticks (Symbolbild)

Kunden kauen vorsichtiger

Der Fall sorgt zumindest rund um Offenburg für Diskussionsstoff. Verletzt wurde bisher noch niemand. Doch die Kunden sind alarmiert. "Heimtückisch finde ich sowas," sagt eine Frau. Man sei verunsichert und beiße vorsichtiger ins Essen, sagen andere.

Metalldetektoren könnten helfen

Möglicherweise sollen Metalldetektoren zur Kontrolle der Waren zum Einsatz kommen. Das wollten Vertreter der Lebensmittelkontrolle und der Polizei sowie des Ortenaukreises und des Supermarkts beraten. Eingebunden ist auch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Stuttgart.

Markt verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Kaufland selbst wollte sich gegenüber dem SWR nicht äußern. Die Pressestelle in Neckarsulm verweist auf eine Mitteilung vom 28. Dezember. In der heißt es: "Die Ware wird täglich genau überprüft." Die betroffenen Produkte seien umgehend aus den Regalen genommen worden. Alle Stecknadeln waren in demselben Markt in Offenburg gekauft worden. Laut Polizei wurden die Esswaren erst im Markt manipuliert.

Im vergangenen September hatte ein bundesweit für Aufsehen gesorgt, als er mit dem Giftstoff versetzte Babynahrung in Supermärkten in Friedrichshafen am Bodensee platzierte. Der Mann drohte gar, 20 vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen, wenn er nicht eine zweistellige Millionensumme von Handelsunternehmen erhält. Später wurde der 53-Jährige im Raum Tübingen festgenommen. Er hat inzwischen zugegeben, das Gift in die Gläschen gemischt und diese in die Läden gestellt zu haben.