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Instrumentenbau in Gmünd Ein Stück klingende Heimat

Gitarre, Zither, Harfe - diese Zupfinstrumente kennt man. Das Instrument, das vier junge Männer aus Eritrea zur Zeit bauen, klingt schon vom Namen her sehr exotisch: Krar.

Vier junge Männer aus Eritrea  bauen in einer Werkstatt in Schwäbisch Gmünd eine Krar.

Auch mit dem Lötkolben lernen die jungen Eritreer umzugehen

Die Flüchtlinge arbeiten mit einem Instrumentenbauer in einer Werkstatt in Schwäbisch Gmünd. Die vier jungen Männer bauen die Instrumente, weil sie damit ein Stück Heimat wieder aufleben lassen können.

Flüchtlinge lernen nebenbei Deutsch

In der Gmünder Werkstatt ist der Holzkorpus der lautenähnlichen Instrumente bereits fast fertig. In Eritrea werden die Krars zum Beispiel bei Hochzeiten oder bei anderen traditionellen Festen gespielt. Im nächsten Fertigungsschritt geht es jetzt auch um Elektrik - und darum, den Wortschatz zu erweitern. So werden Worte wie Lötkolben oder Klinkenbuchse ganz nebenbei erlernt. Ein klarer Praxisvorteil, meint der Initiator des Krar-Projekts, Uli Krug von der Projektgruppe New Limes und dem "WIR"-Verein. Außerdem, so meint er, ergibt sich durch die Arbeit ja vielleicht auch ein Praktikum, etwa bei einem Geigenbauer, und damit möglicherweise eine Perspektive oder gar ein Beruf.

Ziel: ein kleines Krar-Orchester

Unabhängig davon hofft der Musiker und Pädagoge Uli Krug, dass sich die jungen Männer durch die Musik für Neues öffnen. Ziel sei, ein kleines Orchester und ein selbst entwickeltes Musikstück, so der Pädagoge. Damit die jungen Männer nicht nur die Musik aus ihrer Heimat nachspielen und sich wehmütig an früher erinnern, sondern stolz auf die neu erlernten Fähigkeiten sind und diese auch präsentieren.

Mehrere Lauten im Bau

Die selbstgebauten Lauten aus Eritrea sind schon fast fertig

Konzert beim "Fest der Kulturen"


Bis dahin wird es jedoch noch eine Zeitlang dauern. Erst müssen die Krars fertig sein und dann gespielt werden. Kein leichtes Unterfangen: Das lautenähnliche Instrument hat zwei Hälse, die sich mit einem Querholz zu einem Dreieck verbinden. Der 28-jährige Ferej beherrscht die Technik zumindest teilweise. Krar zu spielen sei sehr schwer, weil das Instrument, im Gegensatz etwa zur Gitarre, ohne Noten gespielt werde, erklärt der Mann aus Eritrea. Also ist Üben angesagt, denn beim "Fest der Kulturen" am 18. Oktober will das Krar-Orchester sein Können demonstrieren.