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Wohnungsmarkt in Tübingen Erfolg im Kampf gegen den Leerstand

Es tut sich was auf dem angespannten Wohnungsmarkt in Tübingen - das Zweckentfremdungsverbot zeigt Wirkung. Denn vor einem Bußgeld haben sich offenbar einige Eigentümer gefürchtet.

Transparent der Hausbesetzer an dem Gebäude Wielandshöhe

Die Wohnungsnot in Tübingen ist groß - auch Häuser wurden schon besetzt

"Eine ganze Reihe von Wohnungen ist wieder auf den Markt gekommen, bevor überhaupt Bußgelder angesetzt werden können. Damit bin ich sehr zufrieden", sagte Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne). Seit Oktober 2016 gilt ein Zweckentfremdungsverbot in Tübingen, wonach Wohnungen nicht leer stehen dürfen. Sonst drohen hohe Bußgelder - bis zu 50.000 Euro. Schon über den Winter hatten sich dann rund hundert Immobilienbesitzer gemeldet und ihre Wohnungen angeboten.

Letzte Frist

Von den verbleibenden knapp 50 leer stehenden Wohnungen sind jetzt nochmal mehr als zehn auf den Markt gekommen; die Besitzer wollen sie bald vermieten oder verkaufen. Lediglich neun Gebäude wurden als unbewohnbar beschrieben - eine zumutbare Instandsetzung kann die Stadt aber anordnen. 13 Eigentümer haben sich noch nicht bei der Stadt gemeldet und bekommen eine erneute Frist gesetzt.

Überreden statt strafen

Trotzdem bleibt die Wohnungsnot in der Studentenstadt ein Thema: Im Herbst hatten Aktivisten ein Haus in Tübingen besetzt und mit der Aktion auf die Dringlichkeit aufmerksam gemacht. Auch Freiburg setzt auf ein Zweckentfremdungsverbot. Bisher sei immer eine Einigung mit den Eigentümern erzielt worden, sagte eine Stadtsprecherin. "Ziel war immer, zweckentfremdeten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, nicht zu strafen."

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