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Tiere müssen nicht nach Sankt Blasien kommen Tierarzt berät online

Online-Sprechstunden sind mittlerweile etabliert, ein Arzt spricht dabei mit dem Patienten über das Internet. Was bei Menschen hilft, soll jetzt auch bei Tieren angewandt werden.

ein Mann sitzt vor einem Bildschirm

Diethard Rüger aus St. Blasien ist bislang der einzige, der Videosprechstunden für Tiere anbietet.

Auf der Internetseite "patientus-punkt-de" gibt es vom Hals-Nasen-Ohrenarzt bis zum Kinderpsychologen für jede Fachrichtung der Humanmedizin eine große Auswahl an Ärzten. Nur die Abteilung Tiermedizin ist spärlich besetzt. Diethard Rüger aus St. Blasien ist bislang der einzige, der Videosprechstunden für Tiere anbietet. Per Mausklick geht es zum Profil des Arztes und seiner Praxis.

Auch online Termine vereinbaren

Ein weiter Mausklick zeigt die freien Termine an. Per Mail bekommt der Tierfreund eine Nummer, mit der er sich zur vereinbarten Zeit einloggen kann. Zuerst geht es in ein virtuelles Wartezimmer. Nach wenigen Minuten erscheint das Signal, dass man an der Reihe ist. Auf dem Bildschirm erscheint ein junger Arzt, der vor seinem Computer in seiner Praxis sitzt. Die Beratung nimmt ihren Anfang.
Nichts davon werde mitgeschnitten oder gespeichert, versichert Tierarzt Diethard Rüger. Alles sei streng vertraulich. Vor etwas mehr als einem halben Jahr hat sich Rüger bei der Online-Plattform angemeldet. Das hatte verschiedene Gründe. Einer davon sind die langen Anfahrtswege im Südschwarzwald.

Onlinepraxis noch schlecht besucht

Natürlich kann die Onlinetiersprechstunde nicht in jedem Fall die Fahrt zum Tierarzt ersetzen. Sie ist nur für eine Beratung und nicht für eine Behandlung gedacht. 15 Euro kostet ein 15-minütiger Videobesuch beim Tierarzt. Etwas weniger als der Besuch in der Praxis. Für Diethard Rüger rechnet sich das Ganze noch nicht. Denn er zahlt jeden Monat Gebühren für den Online-Anbieter und die Resonanz der Kunden ist derzeit noch gering. Erst ein Hund mit Durchfall hat bislang die Online-Sprechstunde bei ihm besucht. Diethard Rüger gibt nicht auf. Er ist von der Idee überzeugt, dass gerade auf dem Land solche Angebote wichtig sind.