Bitte warten...

Prozess um Erntehelfer-Tod im Breisgau Landwirt bestreitet Vorwurf

Im Sommer 2014 starb ein rumänischer Erntehelfer im südlichen Breisgau an den Folgen eines Hitzeschlags. Der Landwirt, der ihn beschäftigt hatte, will daran nicht Schuld sein.

Ein Mann hebt einen Heuballen

Unmenschliche Arbeitsbedingungen im Breisgau?

Der 47-jährige Landwirt muss sich seit Mittwoch wegen fahrlässiger Tötung vor dem Freiburger Amtsgericht verantworten. Es geht um den Tod eines 32-jährigen Erntehelfers aus Rumänien im Sommer 2014. An einem heißen Tag waren zwei Erntehelfer, darunter der verstorbene 32-Jährige, mit dem Verladen 20 Kilo schwerer Heuballen auf einen Anhänger beschäftigt - im Akkord bei sengender Sonne.

Obwohl der Erntehelfer über Unwohlsein geklagt habe und die Wasservorräte aufgebraucht gewesen seien, habe der Landwirt darauf bestanden, dass weitergearbeitet werde, heißt es in der Anklage. Er saß auf dem Traktor. An dem Tag seien im Schatten 31 Grad gemessen worden. Gegen Abend hatte der Erntehelfer einen Hitzschlag erlitten. Er war bewusstlos zusammengebrochen und nach einem mehr als zweiwöchigen Koma verstorben.

Landwirt spricht von freundschaftlichem Verhältnis

Der Landwirt sagte zu Verhandlungsbeginn aus, er habe ein freundschaftliches Verhältnis zu seinen Erntehelfern gepflegt. Er habe immer für Wasser gesorgt und ab und zu auch Lebensmittel zur Verfügung gestellt. Die Erntehelfer hätten sechs Euro pro Stunde verdient und umsonst in einer Wohnung auf dem Hof gewohnt.

Der Schwager des Toten stellte das Verhältnis anders dar. Der Landwirt habe ein schnell wechselndes Temperament. Mitunter habe er mit Entlassung gedroht, wenn ihm die Arbeit der Erntehelfer nicht schnell genug ging. An jenem heißen Tag im Juni 2014 habe er die Arbeiter beim Stapeln der über 700 Heuballen aus Sorge vor Regen mit den Worten "macht mal Dampf!" angetrieben und ihnen die dringend benötigte Wasserpause verweigert.

Die Hauptverhandlung wird am Freitag fortgesetzt. Das Urteil könnte am 25. Januar gefällt werden.