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Freiburger Wohnprojekt Studenten und Flüchtlinge wohnen zusammen

Das deutschlandweit einzigartige Freiburger Wohnprojekt "Längenloh" wird verlängert. Hier leben 150 Flüchtlinge und halb so viele Studierende Tür an Tür.

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1:47 min

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Wohnprojekt für Flüchtlinge und Studierende

In Freiburg läuft derzeit ein deutschlandweit einzigartiges Projekt: in der Wohnanlage "Längenloh" leben 150 Flüchtlinge und 70 Studierende Tür an Tür, teilen Bolzplatz und engagieren sich in vielen Gruppen: von Kinderbetreuung bis zum Deutschkurs. Ein Stück gelungene Integration sagen die Beteiligten, urspünglich war das Projekt nur für ein Semester geplant, jetzt wird es wegen des Erfolges verlängert.

Chiara Möser lebt seit Oktober in der Wohnanlage. Sie studiert im ersten Semester Medizin und war auf der Suche nach einem Zimmer. Da stieß sie im Internet auf die Anzeige des Studierendenwerkes. Auf die 70 Zimmer hatten sich 400 Studierende beworben – sie bekam eine Zusage: "Wir lernen unglaublich viel von den Geflüchteten und das ist neben dem Studium eine schöne Nebenbeschäftigung, weil man tut was Gutes, es macht einem ein gutes Gefühl, wenn man sieht wie dankbar die Familien sind."

Chiara Möser hat sich auch in ihrer Heimatstadt in Hessen in der Flüchtlingshilfe engagiert, im Freiburger Wohnprojekt "Längenloh" hat sie neue Freunde gefunden, Medizinstudent Diaa Alaloh ist einer von ihnen. Er ist vor zwei Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen und studiert ebenfalls Medizin in Freiburg: "Es ist wie ein neues Leben, ich fühle mich wohl, ich bin selber geflüchtet, ich war vor zwei Jahren in einem Aufnahmelager und dort habe ich was Schlimmes erlebt, aber hier habe ich neue Erfahrungen gesammelt."

Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien und wohnen seit einem halben Jahr hier. Das Wohnprojekt "Längenloh" entstand aus einer Not heraus: der erwartete Zuzug weiterer Flüchtlinge blieb aus, auf einmal stand wertvoller Wohnraum leer. Die Stadt Freiburg suchte nach einer sinnvollen Lösung und fand sie mithilfe des Studierendenwerkes. Jetzt soll das Projekt verlängert werden.

Freiburgs Bürgermeister Ulrich von Kirchbach: "Wir werden jetzt für das Sommersemester verlängern, das heißt also September, Oktober werden wir es wahrscheinlich selber benötigen, da werden wir uns noch einmal zusammensetzen. Aber mehr als ein Semester in Aussicht zu stellen wäre fahrlässig."

Denn dann sollen die Flüchtlinge in Freiburg neu verteilt werden, die Studierenden werden bis dahin hier leben können. Für die Zukunft plant die Stadt ein langfristiges Neubauprojekt nach dem Vorbild "Längenloh".

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