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Gruppe Personen mit einem Plakat

Blut wird knapp Spender dringend gesucht

Immer weniger Menschen sind bereit, Blut zu spenden. Die Uniklinik Freiburg reagiert sportlich: Sie will mit 3.000 Spendern im Monat einen Rekord knacken. Unser Reporter hat mitgeholfen.

Noch vor drei Jahren gab's 32.000 Spenden jährlich in der Blutspendezentrale der Universitätsklinik. Die Zahl ging auf 29.000 im Jahr 2016 zurück: Anlass für die Klinik, eine Werbeoffensive zu starten. "Du veränderst alles für einen anderen Menschen", so die Botschaft: "Mitmachen. Held sein. Rekord holen!"

Erstspender sind gefragt

Schon zweimal haben sie es probiert, auf mehr als 3.000 Spenden pro Monat zu kommen. Diesmal soll es klappen. Besonders erwünscht: jüngere Erstspender, die dann dem Blutspenden treu bleiben. Unter den Spendern im März werden als Anreiz Preise vom Sektfrühstück bis zu Kulturtickets verlost. Außerdem gibt's, wie immer, eine Aufwandsentschädigung. Dass echtes Blut für die Rettung Kranker und Unfallopfer unerlässlich ist, betont Dr. Markus Umhau, Leiter der Blutspendezentrale: "Noch gibt es für viele Fälle keine synthetisch hergestellten Alternativen."

Blutspende: Der Reporter im Selbstversuch

Als Reporter mal ein Held sein, das ist verlockend, schließlich wirbt die Aktion ja genau damit. Also habe ich mich zum Start auch gleich angemeldet und festgestellt: Für Blutspenden muss man kein Held sein. Erst ein paar Papiere ausfüllen, dann Temperatur und Blutdruck messen lassen, der Eisenwert des Blutes wird bestimmt, und wenn alles seine Richtigkeit hat: rauf auf die Liege. 16 davon gibt's in der Uniklinik, alle besetzt, viele junge Leute, das sollte die Initiatoren der Aktion optimistisch stimmen.

Kaum zu spüren

Der Stich in die Vene - bei mir am linken Arm - ist tatsächlich kaum zu spüren, und schon läuft der rote Saft durch einen kleinen Schlauch davon. Es dauert rund fünf Minuten, dann ist der Beutel voll. Blutgruppe A positiv: "Die häufigste Blutgruppe," so Dr. Umhau, "also bestens zu gebrauchen!". Zwischendurch ein bisschen pumpen mit der linken Faust, dazu gibt's einen kleinen Gummiball, den ich ab und zu drücke. So läuft's besser. Dann sanft die Kanüle aus der Vene ziehen, Tupfer drauf, fest drücken, bis der Verband alles verhüllt. Eine Sache von insgesamt nicht mal zehn Minuten. "Geht's Ihnen gut?", werde ich gefragt, immerhin, einen halben Liter Blut habe ich jetzt weniger im Körper. Doch doch, alles bestens. Draußen stehen Getränkeautomaten, Flüssigkeit nachfüllen!

24 Stunden später

Mein Blut wandert derweil weiter zu Tests und zur Weiterverarbeitung. 24 Stunden nach der Spende kann man es verwenden, um anderen Menschen zu helfen. Getreu dem Motto der Aktion: "Du veränderst alles für einen anderen Menschen". Tipp des Reporters: Zur Nachahmung empfohlen!

Klaus Gülker

Übrigens: Der Extremläufer Andreas Müller unterstützt die Aktion. Der überzeugte Blutspender hat nicht nur seine Kollegen im Riegeler Bildungszentrum St. Anton dazu gebracht, beim Spenden dabei zu sein. Er sammelt auch Geldspenden – als Unterstützung für ein Kinderhilfsprojekt vom Hilfswerk "Compassion", für das er sich in Ruanda engagiert. Und Müller freut sich, wenn zum Beispiel Blutspender ihre Aufwandsentschädigung für diesen guten Zweck hergeben. Im deutlich sichtbaren Kässle im Blutspendezentrum sind denn auch schon eine ganze Reihe von Scheinen gelandet.