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Katastrophenschutzübung im Naturpark Schönbuch Helfer simulierten extreme Hitzewelle

Explosionen, Brände und Schwerverletzte in großer Zahl - aber nur simuliert. Mit einem Großaufgebot übten Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen am Samstag im Naturpark Schönbuch für eine große Hitzekatastrophe.

2:29 min | Sa, 14.10.2017 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Katastrophenszenario in Schönbuch

Üben für den Ernstfall

Eine extreme Hitzewelle über Süddeutschland sorgt für zahlreiche Waldbrände im Schönbuch, Menschen und Tiere kollabieren, es gibt Unfälle auf der Autobahn, Gasexplosionen. Bei der Katastrophenschutzübung waren über 2.300 Einsatzkräfte vor Ort - und ein Minister in Feuerwehrjacke.

Schon am frühen Morgen rückten die ersten Einheiten aus den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Reutlingen und Tübingen aus, um die ersten "Großbrände" zu löschen. Insgesamt waren 2.300 Einsatzkräfte mit fast 400 Fahrzeugen beteiligt. Neben Polizei und Feuerwehr gehörten dazu auch Hilfsorganisationen wie die Malteser oder das Technische Hilfswerk.

Im Mittelpunkt der von den Regierungspräsidien Stuttgart und Tübingen und weiteren Landkreisen organisierten Übung stand die Frage, wie der gemeinsame Einsatz von haupt- und ehrenamtlichen Hilfskräften der verschiedenen Organisationen im Katastrophenfall funktioniert. Dabei spielt auch die Zusammenarbeit mit Kliniken, Landwirten, Forst- und Naturschutz eine Rolle.

Im Wald wurde Feuer gelegt

Zehn Brände mussten beim Training gelöscht werden, außerdem gab es zahlreiche Verletzte zu versorgen. In dem Test ging es um eine langanhaltende Hitzewelle, bei der Trinkwasser knapp wird, der Strom ausfällt und im Schönbuch Feuer ausbricht. Dazu wurden im Wald mehrere Feuer gelegt und Explosionen verursacht. Allerdings kamen keine echten Bäume zu Schaden. Es brannten nur eigens aufgehäufte Altholz- und Reisighaufen auf Wiesen.

Viele Aufgaben kannten die Einsatzkräfte vorher noch nicht, denn wie im Ernstfall sollte sich der Übungsfall nicht vorhersehen lassen. Trainiert würden Szenarien, die eine Herausforderung für die Helfer darstellten, sagte Hermann Schröder, der Katastrophenschutz-Beauftrage des Innenministeriums, vor dem Start der Übung.

"Katastrophen machen nicht vor Kreisgrenzen Halt. Es ist wichtig, dass sie bei der Zusammenarbeit im Ernstfall keine Rolle spielen", sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU), der die Rettungskräfte im Wald besuchte.

Autobahnanschlussstelle und Landesstraße werden gesperrt

Während der Übung waren Teile der A81-Anschlussstelle Gärtringen gesperrt. Auch die Landesstraße 1208 zwischen Tübingen und Bebenhausen konnte nicht befahren werden. Der Naturpark Schönbuch selbst konnte aber von Gästen besucht werden.

Die Übung hatte am Freitag in den Büros der beteiligten Organisationen begonnen. Dabei ging es vor allem um die Kommunikation im Katastrophenfall. "Wenn wir die Sprache des anderen nicht sprechen, können wir auch nicht zusammenarbeiten", sagte der Katastrophenschutz-Beauftrage Schröder. "Wir müssen für die gleichen Abläufe die gleichen Begriffe nutzen." Wenn viele verschiedene Akteure zusammenarbeiten, sei das eine besondere Herausforderung.

Übung soll Mängel aufzeigen

Durch regelmäßige Trainings könnten Mängel im Katastrophenschutz erkannt und ausgebessert werden, so Schröder. "Allein die Vorbereitung einer Übung ist ein Erfolg, weil dabei Probleme auf den Tisch kommen, für die man sich Lösungen überlegen muss." Außerdem sind die Übungen laut Schröder auch Motivation für die Einsatzkräfte: "Sie können einen Sportler auch nur motivieren, wenn sie ihm eine Stoppuhr geben. Es ist wichtig, dass die Helfer zeigen können: Das haben wir geschafft."