Bitte warten...

ver.di lässt die Muskeln spielen Kitas geschlossen - Straßenbahnen im Depot

Die Streikwelle im öffentlichen Dienst hat am Freitag Karlsruhe erreicht. In der aktuellen Tarifrunde hatte ver.di die Behördenbeschäftigten zum Streik aufgerufen.

Demonstranten in Karlsruhe beim Warnstreik im öffentlichen Dienst

Wegen des Warnstreiks im öffentlichen Dienst mussten in Karlsruhe viele zu Fuß gehen

Die Gewerkschaft war von der Resonanz selbst überrascht. Nach Schätzungen von ver.di beteiligten sich rund 800 Menschen an den beiden Demonstrationszügen und der anschließenden Kundgebung vor dem ver.di Büro an der Rüppurrer Straße. ver.di hatte mit deutlich weniger Beteiligung gerechnet.

Am empfindlichsten trifft der Warnstreik in Karlsruhe Kitas und den öffentlichen Nahverkehr. Mehr als die Hälfte aller 40 kommunalen Kindertageseinrichtungen bleiben aktuell geschlossen. Darüber hinaus bleiben heute sämtliche Straßenbahnen in ihren Depots. Unterwegs sind nur die Stadtbahnen (außer der S2), die zum Teil auch durch das Stadtgebiet fahren. Auf bestimmten Buslinien sind Notdienste eingerichtet.

Darüber hinaus wird in einer ganzen Reihe von Behörden heute nicht gearbeitet. Dazu gehören das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Zoll, die Rentenversicherung oder die Bundesanstalt für Wasserbau. Zusätzlich sind vor allem kommunale Behörden wie Stadtwerke und Amt für Abfallwirtschaft betroffen.

Ursprünglich hatte ver.di geplant, auch bei den Karlsruher Kliniken zu streiken. Da dort aber durch die Grippewelle das Personal schon dezimiert ist, wurden die Krankenhäuser vom Streik ausgenommen.

Die Gewerkschaft will im Tarifstreit im öffentlichen Dienst mehr Druck aufbauen. Ver.di setzt sich für sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt ein, mindestens aber 200 Euro mehr pro Monat. Die Arbeitgeber lehnen das ab, haben bisher aber noch kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft kommt mit den Arbeitgebern am 15. und 16. April erneut zu Verhandlungen zusammen. Ob es dann einen Abschluss für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten beim Bund und den Kommunen geben wird, ist nicht klar. Der Tarifstreit betrifft in Baden-Württemberg rund 316.000 Beschäftigte in mehr als 800 Kommunen.