Bitte warten...

Streit um "80 Millionen" Max Giesinger wehrt sich gegen AfD

Der aus Waldbronn stammende Sänger Max Giesinger wehrt sich dagegen, dass die AfD eines seiner Lieder auf einer Wahlkampfveranstaltung gespielt hat. Wie seine Agentur dem SWR mitteilte, prüft sie juristische Schritte.

xxx

Die Partei hatte Giesingers großen Charterfolg "80 Millionen" zum Auftakt einer Veranstaltung Anfang September in Pforzheim gespielt - ohne seine Erlaubnis. Die Nutzung des Songs sei mit ihm nicht abgesprochen gewesen, erklärte Giesinger. Es verärgere ihn extrem, dass eine Partei, deren politische Einstellung er in keinster Weise teile, seine Musik für ihren Wahlkampf instrumentalisiert, ohne dass er gefragt oder gar darüber informiert worden wäre. Inzwischen hat Giesingers Agentur ihre Anwälte eingeschaltet, um juristisch dagegen vorzugehen.

Die AfD wies die Anschuldigungen nach Zeitungs-Angaben zurück. Sie habe die Nutzung des Liedes bei der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte GEMA angemeldet. Ob damit allerdings auch die Nutzung für werbliche oder politische Zwecke mit eingeschlossen ist, muss nun geklärt werden.

Anika Hellmann von der SWR Rechtsredaktion sieht gute Chancen für Giesinger, da Helene Fischer 2015 mit einer ähnlichen Klage gegen die NPD erfolgreich war. Die Richter entschieden damals, dass ein Künstler die Nutzung seiner Werke verbieten könne, wenn dadurch das Ansehen oder der Ruf des Künstlers gefährdet werden könnte.