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Prozess in Heilbronn um getötete Kinder Vater zu über zwölf Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht Heilbronn hat am Dienstagnachmittag einen Familienvater, der im Februar seine beiden Kinder in Vaihingen/Enz getötet hat, zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

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Es war ein aufwühlender Prozess vor dem Heilbronner Landgericht, der nun mit dem Urteil wegen Totschlags zu Ende ging. Der 40-jährige Familienvater hatte seine beiden Kinder mit einem Stein erschlagen und mit Stichen in die Herzgegend getötet. Der Verurteilte muss zudem in die geschlossene Psychiatrie und dort eine Therapie machen.

Schon im Vorfeld gingen Prozessbeobachter davon aus, dass das Urteil gegen den 40-Jährigen wegen zweifachen Totschlags seiner Kinder hoch ausfallen wird. Auch die Einweisung in eine psychiatrische Klinik galt als wahrscheinlich, denn der Angeklagte ist schwer depressiv. Nach Ansicht eines Sachverständigen muss der 40-Jährige sofort therapiert werden, weil er eine Gefahr für sich und andere darstelle. Darin waren sich auch Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung einig.

Plädoyers gehalten

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten am Montag 13 Jahre Haft plus Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik gefordert. Die Verteidigung plädierte vor dem Heilbronner Landgericht auf zehn Jahre Haft und die Einweisung in eine Klinik.

Missglückter Suizid

Der Angeklagte aus Vaihingen Enz im Gerichtsprozess

Prozessauftakt in Heilbronn (Archivbild)

Trotz des Urteils bleiben bei dieser Tat noch viele Fragen offen. Dass der Vater seine beiden Söhne im Februar am Papa-Wochenende mit einem Stein erschlagen und anschließend mit einem gezielten Stich in die Herzgegend getötet hat, stand für alle Beteiligten außer Frage. Nach der Tat hatte er versucht, sich ebenfalls mit einem Stich ins Herz das Leben zu nehmen. Als die Mutter ihre vier- und fünfjährigen Kinder abholen wollte, fand sie sie tot im Flur und im Wohnzimmer.

Erinnerungslücken und schwere Depression

Offen bleiben aber die Beweggründe und der Auslöser für die grausame Tat, an die sich der Angeklagte bis zum heutigen Tag nicht erinnern kann. Der Mann leidet an einer schweren Depression mit zeitweiligen Wahnvorstellungen, so der Sachverständige. Wahrscheinlich befand er sich bei der Tat in einem psychischen Ausnahmezustand, deswegen sei der Angeklagte nicht nur Täter sondern auch Opfer, so der Staatsanwalt in seinem Plädoyer.