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Nach dem Unwetter in Braunsbach Noch mal Glück gehabt

In Braunsbach ist nach der Flutkatastrophe nichts mehr, wie es war. 100 Einwohner mussten evakuiert werden, aber die Braunsbacher packen schon wieder an. Auch der örtliche Lebensmittelhändler lässt sich nicht unterkriegen.

zerstörtes Cafe

Das war mal ein kleines Cafe

Mitten am Marktplatz in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) steht der Lebensmittelladen von Peter Schwarz mit Cafe und Außenterrasse. Das heißt, das was davon übrig ist. Die Wucht der Schlamm-, Stein- und Wasserlawine hat sein Geschäft und das der Nachbarn voll getroffen. Der Lebensmittelladen, ein kleiner Supermarkt, ist durchsetzt von einer 1,40 Meter hohen Schlammschicht mit Schwemmholz und Steinen.

Alles kaputt

Aus der Masse schauen bunte unversehrte Marmeladengläser heraus. Ein Korb Brötchen steht noch an der verschobenen Theke für Backwaren. Der Zigarettenkäfig ist halb im Matsch versunken. Peter Schwarz schaut ungläubig auf den Schaden: "Alles, was in den letzten zwei Jahren neu gemacht worden ist, ist in einer Stunde kaputt gewesen." Die Wucht des Wassers räumte auch den Vorratsraum leer und die Flut hat Stühle und Polsterbänke wild durcheinandergeworfen.

Gartenmöbel unversehrt

Schwemmholz wie ein Mega-Gestrüpp - mittendrin, halb obendrauf der zerbeulte weiße Kastenwagen einer Flaschnerei

Ein Bild der Verwüstung

An der Wand ist die Lehm verschmierte Wasserstandsmarke zu sehen – Cafe und Küche sind völlig zerstört. Auf der angrenzenden Terrasse zum Markplatz stapeln sich wild durcheinander Schwemmholz wie ein Mega-Gestrüpp - mittendrin, halb obendrauf der zerbeulte weiße Kastenwagen einer Flaschnerei – immerhin der höher gelegene Teil der Terrasse mit blitzsauberen Gartenmöbeln ist unversehrt. Dass auch Peter Schwarz noch in bestem Zustand ist, ist reine Glücksache, denn er fuhr mit seinem Wagen am Sonntagabend geradewegs in die plötzlich einsetzende Springflut hinein.

Mit dem Wagen in die Flutwelle geraten

Was er schildert, lässt einem den Atem stocken: "Dann hat mich die Flutwelle umgeschmissen und dann bin ich mit meinem ganzen VW-Bus die Klinge runter. So auf halber Höhe bin ich hängen geblieben an einem Baum und da bin ich dann aus dem Auto herausgeklettert, habe vorher die Scheibe zusammengeschlagen und habe mich an einem Baum festgehalten." Als Peter Schwarz gemerkt habe, dass auch der Baum hinausgeschwemmt wird, habe er versucht, an der Böschung hinaufzuklettern. Das hat geklappt: "Ich bin dann hoch auf die Straße und habe mich ein paar Mal rüberrollen lassen, bis ich auf der anderen Seite war, wo der Sog vom Wasser nicht mehr so groß war."

Trotzdem verzagt Peter Schwarz nicht. Er macht nicht den Eindruck, dass er angesichts des Totalschadens seines Geschäfts entmutigt ist: "Ich bin 37 Jahre in der Feuerwehr und habe schon einiges gesehen. Ich weiß, es bringt nichts, wenn man sich kaputt macht. Es wird nicht besser. Das muss man nüchtern sehen und auf sich zukommen lassen."