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Jahrestag des Unwetters in Heilbronn-Franken Als das Wasser durch die Straßen schoss

Vor einem Jahr fegte eine Unwetter über Teile Deutschlands - mit am schwersten betroffen war die Region Heilbronn-Franken. In Forchtenberg (Hohenlohekreis) sind die Auswirkungen noch immer zu spüren.

Autos werden von Wassermassen weggespült und gegen Häuser gedrückt

Unvorstellbare Szenen in Braunsbach

Im Kochertal, entlang an Jagst und Kocher, hat das Unwetter verheerende Schäden in Städten und Gemeinden hinterlassen. Alleine in der Gemeinde Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall), die zum Synonym für das Mai-Unwetter 2016 wurde, entstand ein Schaden von mehr als 100 Millionen Euro. Auch der SWR half vor Ort mit seiner Aktion Herzenssache.

Das Bild ist noch immer geprägt von Aufräumarbeiten. Überwall wird gearbeitet, die Straßen sind aufgerissen. Immer noch gleicht Braunsbach einer riesigen Baustelle. Und auch nach diesen Arbeiten wird die Aufarbeitung des Unwetters noch nicht vorüber sein. Die Arbeiten werden noch Jahre dauern, sagt Bürgermeister Frank Harsch: "Würden wir alles gleichzeitig in Angriff nehmen, dann könnten wir uns gar nicht mehr Bewegen in Braunsbach."

Vieles hat sich getan

Einige Kilometer weiter, im Hohenlohekreis, sah es vor einem Jahr kaum besser aus: Das Rathaus in Künzelsau rechnet mit rund 7,3 Millionen Euro – ohne private Schäden. Welche Summe aber am Ende insgesamt für die Behebung der Unwetterschäden aufgewendet werden muss, lässt sich dort noch nicht beziffern, so die Stadt. Die Maßnahmen seien noch nicht alle abgeschlossen. Viel hat sich seit der verheerenden Unwetternacht vom 29. Mai 2016 in Künzelsau getan. Allein im vergangenen Jahr wurden 690.000 Euro in die Reparatur von Straßen gesteckt, über fünf Kilometer Kanäle gereinigt.

In der Hauptstraße ist von oben kaum mehr etwas zu sehen von dem Unwetter

Als wäre nie etwas geschehen

Der Blick in die Fußgängerzone der Stadt lässt aber hoffen - kaum mehr Schäden sind dort zu erkennen. Hier und da muss zwar noch einiges repariert werden. Der Alltag hat die Künzelsauer schon längst wieder.

Dennoch, beim genauen Hinschauen, vor allem in die Häuser wird klar, einiges ist auch hier noch zu tun. Noch immer sind Räume nicht benutzbar, noch immer laufen Renovierungsarbeiten.

Helfer pausenlos im Einsatz

Auch der Kreis Heilbronn hat seine Schäden davongetragen. In Möckmühl schoss das Wasser teilweise durch die Wohnzimmer. Technisches Hilfswerk (THW), Feuerwehr und private Helfer waren pausenlos im Einsatz.

Hier ist der Boden nur provisorisch geflickt

Hier ist der Boden nur provisorisch geflickt

Das ist auch das prägende Bild nach der Unwetterkatastrophe vom 29. Mai 2016. Überall, wo kleine Bäche sich in reißende Sturzfluten verwandelten, wo Regen Hänge hinabschoss und Schutt und Geröll hinterließ, wurde mit angepackt. Helfer und Anwohner wateten durch den Schlamm, räumten auf, schleppten durch das Wasser zerstörtes Hab und Gut durch die Straßen und halfen so, die Städte und Gemeinden nach diesem schweren Unwetter wiederaufzubauen.

Wege aufgerissen, Autos schrottreif
Riesige Wassermassen bahnten sich in der Nacht zum 29. Mai 2016 ihren Weg durch mehrere Ortschaften in der Region Heilbronn-Franken. Braunsbach glich nach dem Unglück einem Trümmerfeld: Wege waren aufgerissen, Häuser einsturzgefährdet, schrottreife Autos mit zerborstenen Scheiben lagen auf den Dächern. Die Wucht der Schlamm-, Stein- und Wasserlawine hat die Gemeinde voll getroffen.