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BW-Trend März 2009 Historisches Umfragetief für CDU und SPD in Baden-Württemberg

Gut ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl stecken beide großen Parteien in Baden-Württemberg in einem historischen Umfragetief, während die kleinen Parteien im Südwesten mit Rekordergebnissen rechnen können.

Das ergibt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des SWR Fernsehens, für die das Berliner Meinungsforschungsinstitut infratest dimap vom 26. Februar bis 1. März 2009 rund 1.000 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg telefonisch befragt hat.

Wenn schon am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die CDU im Südwesten lediglich 35 Prozent der Zweitstimmen erreichen (Wahlergebnis 2005: 39,2 Prozent) – das wäre ihr schlechtestes baden-württembergisches Bundestagswahlergebnis überhaupt. Die SPD käme im Land nur noch auf 24 Prozent (2005: 30,1 Prozent) und würde damit so schlecht abschneiden wie seit 56 Jahren nicht mehr.

Die FDP dagegen liegt in ihrem Stammland laut SWR-Umfrage derzeit bei 17 Prozent und könnte ihr gutes Ergebnis der Bundestagswahl 2005 (11,9 Prozent) nochmals deutlich verbessern, dicht gefolgt von den Grünen, für die derzeit 15 Prozent der Wahlberechtigten im Land stimmen würden (2005: 10,5 Prozent). Die Linkspartei könnte mit 6 Prozent (2005: 3,8 Prozent) auch im Südwesten die Fünf-Prozent-Hürde überspringen.

Ministerpräsident Oettinger gewinnt an Zustimmung

Ungeachtet der schlechten Umfragewerte der Südwest-CDU stellen die Baden-Württemberger ihrem Ministerpräsidenten ein besseres Zeugnis aus als vor zwei Jahren. 48 Prozent der Befragten halten ihn für einen guten Ministerpräsidenten (im März 2007, also noch vor der sogenannten "Filbinger-Affäre", waren es nur 42 Prozent, im April 2007, unmittelbar danach, 41 Prozent). Dagegen meinen derzeit nur noch 32 Prozent der Wahlberechtigten, Oettinger sei kein guter Ministerpräsident (März 2007: 33 Prozent, April 2007: 43 Prozent).

Große Sorgen wegen Finanz- und Wirtschaftskrise

Wenig zuversichtlich blicken die Baden-Württemberger auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes: Mehr als drei Viertel der Befragten (76 Prozent) glauben, dass der schlimmste Teil der Finanz- und Wirtschaftskrise noch bevorsteht. Etwa jeder zweite macht sich Sorgen um seine persönliche wirtschaftliche Zukunft (49 Prozent) beziehungsweise um seine Ersparnisse (47 Prozent). Mehr als jeder dritte Erwerbstätige (37 Prozent) befürchtet, dass er seinen Arbeitsplatz verlieren könnte.

Vor allem die Entwicklung der fürs Land wichtigen Automobilindustrie sehen viele Menschen im Südwesten kritisch: 43 Prozent glauben, dass die Hersteller im Land dauerhaft geschwächt und langfristig an wirtschaftlicher Bedeutung verlieren werden. Den Grund dafür allerdings sehen die Befragten nicht allein in der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise. Rund zwei Drittel (67 Prozent) der Baden-Württemberger geben den Konzernen nämlich eine Mitschuld an ihrer Situation, weil sie wichtige technische Innovationen versäumt hätten.