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BW-Trend April 2007 Oettinger verliert deutlich an Ansehen

Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Wahlberechtigten in Baden-Württemberg halten Oettinger durch die Filbinger-Rede in seinem Amt als Ministerpräsident für deutlich beschädigt.

Seinen Rücktritt fordern allerdings nur 19 Prozent. 59 Prozent meinen, Günther Oettinger sei zwar deutlich beschädigt, sollte aber im Amt bleiben. Lediglich 19 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Oettinger als Ministerpräsident nicht besonders beschädigt ist.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des SWR, für die das Berliner Meinungsforschungsinstitut infratest dimap am 16. April 2007 rund 1.000 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg telefonisch befragt hat – wenige Stunden nachdem Oettinger die umstrittenste Aussage seiner Rede zurückgenommen hatte.

"Rücknahme der Aussage war notwendig."

Dass Oettinger sich von dem Satz, Hans Filbinger sei ein Gegner des NS-Regimes gewesen, distanziert hat, halten 67 Prozent der Baden-Württemberger für einen notwendigen Schritt. Lediglich 23 Prozent meinen, die Rücknahme der Äußerung sei nicht erforderlich gewesen. Auch bei den CDU-Anhängern fällt das Ergebnis fast identisch aus (63 zu 27 Prozent).

Mehr als ein Drittel sieht Ansehen Baden-Württembergs beschädigt

Mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) glaubt, dass Ministerpräsident Oettinger mit seinem Verhalten auch dem Ansehen Baden-Württembergs geschadet hat. Bei der älteren Generation (Befragte ab 60 Jahren) sind sogar 44 Prozent dieser Meinung. Dass die Affäre dem Ansehen des Landes nicht geschadet hat, meinen 59 Prozent aller Befragten (nur 49 Prozent der über 60-jährigen).

Ministerpräsident verliert an Boden, die CDU aber nicht

Die Affäre wirkt sich deutlich auf die Bewertung von Oettingers Arbeit als Ministerpräsident aus: 43 Prozent der Befragten meinen nun, Oettinger sei kein guter Ministerpräsident – zehn Prozentpunkte mehr als bei der letzten Umfrage Ende März. Nur 41 Prozent halten Oettinger dagegen noch für einen guten Ministerpräsidenten – ein Prozentpunkt weniger als Ende März. Damit ist erstmals eine relative Mehrheit der Wahlberechtigten der Meinung, Oettinger sei kein guter Regierungschef.

Der CDU als Partei hat die Affäre dagegen offenbar nicht geschadet. Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre, würde die Union weiterhin 41 Prozent erreichen – genauso viel wie bei der letzten Umfrage Ende März. Auch bei den anderen Parteien gibt es keine wesentlichen Veränderungen: die SPD verharrt unverändert bei 26 Prozent, die FDP verbessert sich auf 10 Prozent (+1), die Grünen legen nochmals zu auf nun 16 Prozent (+2), die Linke/WASG fällt auf nur noch zwei Prozent zurück (-2).

Der Baden-Württemberg-Trend ist eine Umfrage zur politischen Stimmung in Baden-Württemberg im Auftrag des SWR. Das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap hat dafür eine repräsentative Zufallsauswahl der wahlberechtigten Bevölkerung in Baden-Württemberg - insgesamt 1.000 Personen - in computergestützten Telefoninterviews befragt. Die Befragung hat am 16. April 2007 stattgefunden. Der statistische Unsicherheitsbereich der Studie liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.